Es verdreußt ihm!

Arno Holz

1904

Ode Trochaica

Tulpen blühen und Narzissen / Tellus stikkt ihr Hochzeits-Kissen. Kleine blaue Veilgens drin machen / daß ich frölig bin.

Klükkernd mit den göldnen Glökkgen / springen bundte Zihgen-Bökkgen. Vatter Pan / der auch darbey / bläst auff seiner Dideldumdey.

Unter einem Rohsen-Wölckgen buhlt im Baum ein Vogel-Völckgen. Mars in Waffen / Venus nakkt / beyde dantzen drümb im Takkt.

Harffen-Zupffen / Lauten-Schlagen ist itzt rächt mein Wohlbehagen. Dihß nur macht mir vihl Verdruß / daß ich eintzel schlaffen muß!

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Illustration zu Es verdreußt ihm!

Interpretation

Das Gedicht "Es verdreußt ihm!" von Arno Holz ist eine Ode trochaica, die die Schönheit und die Freuden der Natur und des Lebens feiert. Der Sprecher drückt seine Freude über das Erwachen der Natur im Frühling aus, symbolisiert durch blühende Tulpen und Narzissen sowie das Auftauchen kleiner blauer Veilchen. Die Erde wird als bereit für eine Hochzeit dargestellt, was auf Fruchtbarkeit und Neuanfang hindeutet. Die zweite Strophe führt musikalische Elemente ein, wobei die goldenen Glocken und die Zither eine fröhliche Atmosphäre schaffen. Vater Pan, der griechische Gott der Natur, der Hirten und der Hirtinnen, spielt auf seiner Dideldumdey, einem Instrument, das an eine Flöte erinnert. Dies verstärkt das Gefühl von ländlicher Idylle und harmonischem Miteinander. In der dritten Strophe wird die Szene durch die Anwesenheit von Vögeln und die mythologischen Figuren Mars und Venus bereichert. Die Vögel paaren sich unter einem Rosenbüschel, während Mars in Waffen und Venus nackt um sie herumtanzen. Dies symbolisiert die Vereinigung von Liebe und Krieg, Leidenschaft und Konflikt. Die letzte Strophe bringt eine Wendung in die Stimmung des Gedichts. Während Harfen- und Lautenspiel dem Sprecher Wohlgefallen bereiten, gibt es einen einzigen Punkt, der ihn verdrießt: die Tatsache, dass er allein schlafen muss. Dies könnte auf ein Verlangen nach Gesellschaft oder Liebe hindeuten, das im Kontrast zur allgemeinen Freude und Fülle der Natur steht. Das Gedicht endet mit einem Hauch von Melancholie, der die menschliche Einsamkeit inmitten der üppigen Schönheit der Welt unterstreicht.

Schlüsselwörter

ode trochaica tulpen blühen narzissen tellus stikkt hochzeits

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Stilmittel

Alliteration
Tulpen blühen und Narzissen / Tellus stikkt ihr Hochzeits-Kissen
Bildsprache
Unter einem Rohsen-Wölckgen buhlt im Baum ein Vogel-Völckgen
Hyperbel
daß ich eintzel schlaffen muß
Kontrast
Mars in Waffen / Venus nakkt
Metapher
bundte Zihgen-Bökkgen
Onomatopoesie
Klükkernd mit den göldnen Glökkgen
Personifikation
Tellus stikkt ihr Hochzeits-Kissen
Symbolik
Vatter Pan / der auch darbey / bläst auff seiner Dideldumdey