Es sehnt sich ewig dieser Geist...
1834Es sehnt sich ewig dieser Geist ins Weite, Und möchte fürder, immer fürder streben: Nie könnt ich lang an einer Scholle kleben, Und hätt ein Eden ich an jeder Seite.
Mein Geist, bewegt von innerlichem Streite, Empfand so sehr in diesem kurzen Leben, Wie leicht es ist, die Heimat aufzugeben, Allein wie schwer, zu finden eine zweite.
Doch wer aus voller Seele haßt das Schlechte, Auch aus der Heimat wird es ihn verjagen, Wenn dort verehrt es wird vom Volk der Knechte.
Weit klüger ist′s, dem Vaterland entsagen, Als unter einem kindischen Geschlechte Das Joch des blinden Pöbelhasses tragen.
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Interpretation
Das Gedicht "Es sehnt sich ewig dieser Geist..." von August von Platen handelt von der inneren Zerrissenheit und dem unruhigen Geist eines Menschen, der sich stets nach Weite und Freiheit sehnt. Der Sprecher fühlt sich in seiner Heimat eingeengt und sehnt sich danach, immer weiter zu streben und Neues zu entdecken. Er empfindet es als leicht, die Heimat aufzugeben, aber als schwer, eine neue Heimat zu finden, die seinen Ansprüchen genügt. Der Sprecher zeigt eine tiefe Abneigung gegenüber dem Schlechten und Falschen, das er in seiner Heimat vorfindet. Er kann nicht länger in einem Land verbleiben, in dem das Schlechte vom "Volk der Knechte" verehrt wird. Für ihn ist es klüger, seiner Heimat zu entsagen, als unter einem "kindischen Geschlecht" das "Joch des blinden Pöbelhasses" zu tragen. Der Sprecher fühlt sich von der engstirnigen und intoleranten Gesellschaft seiner Heimat bedrückt und unterdrückt. Das Gedicht drückt eine tiefe Enttäuschung über die Heimat und die Sehnsucht nach einem besseren, freieren Leben aus. Der Sprecher ist bereit, seine Heimat aufzugeben, um seiner inneren Überzeugung treu zu bleiben und nicht länger unter den Missständen leiden zu müssen. Er sucht nach einem Ort, an dem er sich frei entfalten und seiner Sehnsucht nach Weite und Neuem nachgehen kann, ohne von der engstirnigen Gesellschaft eingeengt zu werden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Niemals könnt ich lang an einer Scholle kleben
- Kontrast
- Allein wie schwer, zu finden eine zweite
- Metapher
- Joch des blinden Pöbelhasses tragen
- Personifikation
- Es sehnt sich ewig dieser Geist