Es regnet
1862Es regnet, es regnet Der Kuh auf den Schwanz; Es regnet, es regnet Der Braut in den Kranz.
Es regnet, es regnet, Die Welt ist schon naß; Hol’s Töpfchen, Fang’s Tröpfchen, Dann sag ich dir was:
Wäschst du die Nase, Bleibt sie fein grade, Wäschst du das Mündchen, Bist du’n lieb Kindchen, Wäschst du aber die Augen schön, Kannst du dem lieben Herrgott seinen Himmel besehn!
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Interpretation
Das Gedicht "Es regnet" von Paula Dehmel beschreibt in einfacher und spielerischer Weise die Auswirkungen eines Regenschauers auf verschiedene Elemente der Natur und des menschlichen Lebens. Es beginnt mit der Beschreibung, wie der Regen auf den Schwanz einer Kuh und in den Kranz einer Braut fällt, was eine humorvolle und kindliche Perspektive auf die Alltäglichkeit des Wetters vermittelt. Im zweiten Teil des Gedichts wird der Regen als weltweites Phänomen dargestellt, das alles durchnässt. Hier fordert der Sprecher dazu auf, ein Töpfchen zu holen und die Tropfen aufzufangen, was auf eine kindliche Neugier und den Wunsch hindeutet, die Natur zu erkunden und zu verstehen. Die Aufforderung, die Nase, das Mündchen und die Augen zu waschen, vermittelt eine moralische Botschaft über die Bedeutung von Sauberkeit und Reinheit. Im letzten Teil des Gedichts wird die Bedeutung des Augenwaschens besonders hervorgehoben, da es dem Kind ermöglicht, den Himmel Gottes zu sehen. Dies kann als metaphorische Aufforderung verstanden werden, die Welt mit klaren Augen und einem reinen Herzen zu betrachten, um die Schönheit und Güte in der Welt zu erkennen. Das Gedicht endet mit einer positiven und spirituellen Botschaft, die den Leser dazu ermutigt, die Welt mit kindlicher Neugier und einem offenen Herzen zu betrachten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Hol's Töpfchen, Fang's Tröpfchen
- Anapher
- Es regnet, es regnet
- Bildsprache
- Kannst du dem lieben Herrgott seinen Himmel besehn!
- Metapher
- Bist du'n lieb Kindchen
- Personifikation
- Der Kuh auf den Schwanz