Es ist ein Schnee gefallen

Unbekannt

1817

Es ist ein Schnee gefallen Und ist es doch nit Zeit, Man wirft mich mit den Ballen, Der Weg ist mir verschneit.

Mein Haus hat keinen Giebel, Es ist mir worden alt, Zerbrochen sind die Riegel, Mein Stüblein ist mir kalt.

Ach Lieb, laß dich′s erbarmen Daß ich so elend bin, Und schleuß mich in dein Arme! So fährt der Winter hin.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Es ist ein Schnee gefallen

Interpretation

Das Gedicht "Es ist ein Schnee gefallen" von Unbekannt handelt von einem alten, einsamen Menschen, der sich in einer kalten, unwirtlichen Umgebung befindet. Der Schnee, der unerwartet früh gefallen ist, symbolisiert die Härte und Kälte des Lebens. Der Sprecher fühlt sich von den Elementen bedroht und verlassen, da sein Haus keinen Giebel mehr hat und die Riegel zerbrochen sind. Die Kälte und Einsamkeit werden durch die Metapher des "Stübleins" verstärkt, das nun kalt und unwirtlich geworden ist. Der zweite Teil des Gedichts offenbart die Sehnsucht des Sprechers nach Liebe und Wärme. Er bittet seine Geliebte um Erbarmen und fleht sie an, ihn in ihre Arme zu schließen. Die Liebe wird hier als ein Ort der Zuflucht und des Trostes dargestellt, der dem Sprecher in seiner Not beistehen kann. Die Zeile "So fährt der Winter hin" deutet darauf hin, dass die Liebe in der Lage ist, die Kälte und Härte des Lebens zu überwinden und den Winter, sowohl metaphorisch als auch wörtlich, zu vertreiben. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Sehnsucht nach menschlicher Nähe und Wärme in einer kalten und unwirtlichen Welt. Es thematisiert die Verletzlichkeit des Einzelnen angesichts der Widrigkeiten des Lebens und die Hoffnung, dass die Liebe Trost und Schutz bieten kann. Die einfache Sprache und die klare Struktur des Gedichts unterstreichen die Dringlichkeit und Intensität der Gefühle des Sprechers.

Schlüsselwörter

schnee gefallen nit zeit wirft ballen weg verschneit

Wortwolke

Wortwolke zu Es ist ein Schnee gefallen

Stilmittel

Alliteration
Zerbrochen sind die Riegel
Apostrophe
Ach Lieb, laß dich's erbarmen
Hyperbel
Es ist mir worden alt
Metapher
So fährt der Winter hin
Personifikation
Mein Haus hat keinen Giebel