Erstes Grün
1840Du junges Grün, du frisches Gras! Wie manches Herz durch dich genas, Das von des Winters Schnee erkrankt, Oh wie mein Herz nach dir verlangt!
Schon wächst du aus der Erde Nacht, Wie dir mein Aug′ entgegen lacht! Hier in des Waldes stillem Grund Drückt′ ich dich, Grün, an Herz und Mund.
Wie treibt′s mich von den Menschen fort! Mein Leid, das hebt kein Menschenwort, Nur junges Grün ans Herz gelegt, Macht, daß mein Herze stiller schlägt.
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Interpretation
Das Gedicht "Erstes Grün" von Justinus Kerner handelt von der Sehnsucht nach dem Frühling und der Erneuerung der Natur nach dem Winter. Der Dichter beschreibt das junge Gras als etwas Heilendes, das vielen Herzen geholfen hat, die vom Schnee des Winters erkrankt sind. Er selbst sehnt sich danach, das frische Grün zu sehen und zu berühren. Der zweite Teil des Gedichts zeigt die Freude des Dichters, als er das erste Grün entdeckt. Er freut sich, dass es aus der dunklen Erde hervorkommt und seinem Auge entgegenlacht. Er möchte es im Wald am Boden berühren und an seine Brust und seinen Mund drücken. Das Grün symbolisiert für ihn das Erwachen des Lebens und die Hoffnung auf bessere Zeiten. Im letzten Teil des Gedichts drückt der Dichter seinen Wunsch aus, von den Menschen wegzukommen und sich allein in der Natur aufzuhalten. Sein Kummer, den kein menschliches Wort lindern kann, wird nur durch das junge Grün an seiner Brust beschwichtigt. Das Grün beruhigt sein Herz und gibt ihm Trost. Das Gedicht vermittelt die tiefe Verbundenheit des Dichters mit der Natur und seine Überzeugung von ihrer heilenden Kraft.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Mein Leid, das hebt kein Menschenwort, Nur junges Grün ans Herz gelegt
- Bildsprache
- Du junges Grün, du frisches Gras
- Hyperbel
- Wie manches Herz durch dich genas
- Kontrast
- Von den Menschen fort
- Metapher
- Des Winters Schnee erkrankt
- Personifikation
- Du junges Grün, du frisches Gras! Wie manches Herz durch dich genas
- Symbolik
- Junges Grün