Erstes Begegnen

Joseph Christian von Zedlitz

1790

Die Frau, die ich jüngst gesehen, Sie hat ein hold Gesicht, Und süß, melodisch wehen Die Töne, wenn sie spricht.

Und was sie spricht, ist sinnig, Anmuthig, nicht geziert; Sie fühlt – so scheint es, – innig, – Doch leicht ist’s, daß man irrt! –

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Illustration zu Erstes Begegnen

Interpretation

Das Gedicht "Erstes Begegnen" von Joseph Christian von Zedlitz beschreibt die erste Begegnung des lyrischen Ichs mit einer Frau, die einen tiefen Eindruck hinterlässt. Die Frau wird als äußerst anziehend und liebenswürdig charakterisiert. Ihr Gesicht wird als "hold" beschrieben, was auf eine sanfte und ansprechende Erscheinung hindeutet. Die Art, wie sie spricht, wird als süß und melodisch beschrieben, was ihre Ausdrucksweise als angenehm und harmonisch kennzeichnet. Die Interpretation des Gedichts geht über die äußere Schönheit hinaus und betont die inneren Qualitäten der Frau. Ihre Worte werden als "sinnig" und "anmuthig" beschrieben, was auf eine kluge und anmutige Art des Ausdrucks hindeutet. Das lyrische Ich empfindet ihre Worte als natürlich und nicht gestellt, was auf eine gewisse Authentizität und Aufrichtigkeit in ihrer Kommunikation schließen lässt. Die Verwendung des Wortes "innig" impliziert, dass die Frau ihre Gefühle tief empfindet und ausdrückt. Der letzte Vers des Gedichts führt jedoch eine gewisse Unsicherheit ein. Das lyrische Ich deutet an, dass es leicht sein kann, sich zu täuschen oder zu irren, was die vorherige Einschätzung der Frau betrifft. Dies könnte darauf hindeuten, dass erste Eindrücke trügerisch sein können und dass das lyrische Ich sich bewusst ist, dass die wahre Natur der Frau möglicherweise noch nicht vollständig erfasst wurde. Das Gedicht vermittelt somit eine Mischung aus Faszination und Vorsicht, die typisch für erste Begegnungen und die Unsicherheit, die sie begleiten kann, ist.

Schlüsselwörter

spricht frau jüngst gesehen hold gesicht süß melodisch

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
süß, melodisch wehen
Ironie
Doch leicht ist's, daß man irrt!
Metapher
Sie hat ein hold Gesicht
Parallelismus
Anmuthig, nicht geziert