Erster Schnee
1918Fern, irgendwo im Himmelblau, Ein sonderzartes Land. Die Heiden weiß, Besprossen lilaklare Primelblüten. Blüten groß, offen erschlossen, Augen, weite Augen, die an Tränen saugen, Sanfte Augen, die ein Paradies behüten.
Mit weißen Fingern Ein stilles Kind Spielt mit den Primeln, Lacht mit dem Wind.
Zaudernd auf schleichenden Zehen, Über die Blüten, Weiße Rudel Von weißen Rehen.
Alles so licht und so eigen. Einsam entblättert das Schweigen.
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Interpretation
Das Gedicht "Erster Schnee" von Max Dauthendey beschreibt eine traumhafte, idyllische Landschaft im Himmelblau, in der weißer Schnee auf lilaklare Primelblüten fällt. Die Blüten werden als große, offene Augen beschrieben, die an Tränen saugen und ein Paradies bewachen. Ein stilles Kind mit weißen Fingern spielt mit den Primeln und lacht mit dem Wind. Weiße Rehe mit zaudernden Schritten über die Blüten. Die Bilder im Gedicht erzeugen eine Atmosphäre von Stille, Einsamkeit und Zartheit. Der erste Schnee wird als etwas Zartes und Sanftes beschrieben, das langsam und leise die Landschaft bedeckt. Die weißen Primeln und Rehe verstärken den Eindruck von Reinheit und Unschuld. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Sehnsucht nach einer verlorenen, paradiesischen Welt voller Schönheit und Stille. Der erste Schnee wird als etwas Magisches und Verzauberndes dargestellt, das die triste Alltagswelt für einen Moment in eine Traumlandschaft verwandelt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Sanfte Augen, die ein Paradies behüten.
- Bildsprache
- Mit weißen Fingern Ein stilles Kind Spielt mit den Primeln, Lacht mit dem Wind.
- Metapher
- Fern, irgendwo im Himmelblau, Ein sonderzartes Land.
- Personifikation
- Sanfte Augen, die ein Paradies behüten.
- Symbolik
- Erster Schnee
- Vergleich
- Über die Blüten, Weiße Rudel Von weißen Rehen.