Erscheine mir...
1908Erscheine mir, aus deinen reinen Lüften, Mit heitern Strahlen, heilge Poesie! Wie neu belebend über stille Triften Der Morgen glänzt; in deinem Licht erblüh, Was, noch von keinem Lebenshauch bewegt, Nur dunkel sich in dem Gemüte regt.
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Interpretation
Das Gedicht "Erscheine mir..." von Sophie Friederike Brentano ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Inspiration und die Kraft der Poesie. Die Autorin wendet sich direkt an die Poesie, personifiziert als eine göttliche oder himmlische Kraft, die sie um Erscheinen und Erleuchtung bittet. Die Sprache des Gedichts ist reich an Naturbildern und Metaphern. Die Poesie wird als etwas "Reines" aus den "reinen Lüften" beschrieben, das mit "heiteren Strahlen" erscheint. Dies verleiht der Poesie eine fast religiöse oder mystische Qualität, als ob sie eine Quelle der Erleuchtung und des Trostes wäre. Der zweite Teil des Gedichts vergleicht die Wirkung der Poesie mit dem Anbruch des Morgens über stillen Wiesen. Die Poesie wird als erneuernde Kraft dargestellt, die das Leben erweckt und zum Blühen bringt. Die letzten Zeilen sprechen von Ideen oder Gedanken, die im Geist der Autorin schlummern und darauf warten, durch die Poesie zum Leben erweckt zu werden. Die Poesie wird als Katalysator für Kreativität und Ausdruck gesehen, der das Dunkle und Unausgesprochene in etwas Lebendiges und Leuchtendes verwandelt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Erscheine mir, aus deinen reinen Lüften, Mit heitern Strahlen, heilge Poesie!
- Bildsprache
- Wie neu belebend über stille Triften
- Metapher
- Nur dunkel sich in dem Gemüte regt
- Personifikation
- Was, noch von keinem Lebenshauch bewegt