Erquickung
1911Der Vater geht hinaus aufs Land, Sein muntres Knäblein an der Hand; Getragen ist des Tages Last, Nun geht er bei der Nacht zu Gast.
Solch frisches Menschenangesicht, Draus Heiterkeit und Friede spricht, Das ist mir, wie ein Bibelbuch, Ich schau hinein, und hab genug.
Bin längst nicht mehr der Tor, der fragt: Was hast du selber dir erjagt? Das aber gibt mir ein Gefühl, Als gäb′s für andre doch ein Ziel.
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Interpretation
Das Gedicht "Erquickung" von Friedrich Hebbel erzählt von einem Vater, der mit seinem Sohn einen Abendspaziergang macht. Nach einem arbeitsreichen Tag findet er Trost und Erholung in der Anwesenheit seines Kindes. Die Unschuld und die Freude des Jungen wirken auf ihn wie ein heiliges Buch, aus dem er Kraft und Inspiration schöpft. Die Begegnung mit dem Sohn lässt den Vater über das Leben und seine Ziele nachdenken. Er erkennt, dass er nicht mehr der naive Mensch ist, der sich fragt, was er persönlich erreicht hat. Stattdessen gibt ihm die Erfahrung mit seinem Kind ein tiefes Gefühl der Erfüllung und des Sinns. Am Ende des Gedichts deutet sich an, dass der Vater durch die Erfahrung mit seinem Sohn eine neue Perspektive auf das Leben gewinnt. Er fühlt, dass es für andere Menschen ebenfalls ein Ziel oder einen Sinn geben muss, auch wenn er es nicht genau benennen kann. Die Anwesenheit des Kindes hat ihm eine neue Sicht auf die Welt und das Leben eröffnet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Heiterkeit und Friede
- Ironie
- Bin längst nicht mehr der Tor, der fragt
- Metapher
- Das ist mir, wie ein Bibelbuch
- Personifikation
- Getragen ist des Tages Last
- Symbolik
- Ich schau hinein, und hab genug
- Vergleich
- Solch frisches Menschenangesicht