Erklärung
1913Sieh, ich bin fremd unter den Menschen. Ungeschickt greife ich Hände und lasse sie wieder los, wenn sie kalt sind.
Ich bin gewohnt, mit Wind um die Wette zu laufen, und raue Lieder zu dichten, die nichts sind für den Haufen.
Wolle du mich nicht richten. Ich bin unbedacht in Worten und Werken, weil ich stark bin und Vorsicht verachte.
Wenn du mein Herz wüsstest, das blieb, wie Gott es machte, du hättest mich lieb. -
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Interpretation
Das Gedicht "Erklärung" von Elisabeth Fuhrmann-Paulsen handelt von einer Person, die sich als Außenseiterin fühlt und Schwierigkeiten hat, sich in die Gesellschaft einzufügen. Die Sprecherin beschreibt, wie sie unbeholfen mit anderen Menschen umgeht und sich schnell zurückzieht, wenn sie auf Ablehnung stößt. Sie fühlt sich wohler in der Natur, wo sie frei und unbeschwert sein kann, und drückt sich durch raue, unkonventionelle Lieder aus, die von der breiten Masse nicht verstanden werden. Die Sprecherin bittet den Leser darum, sie nicht zu verurteilen oder zu verurteilen, da sie oft unbedacht in ihren Worten und Taten ist. Dies liegt jedoch nicht an Boshaftigkeit, sondern an ihrer Stärke und ihrem Unvermögen, Vorsicht walten zu lassen. Sie ist ein freier Geist, der sich nicht an gesellschaftliche Normen anpassen kann oder will. Im letzten Vers des Gedichts appelliert die Sprecherin an das Mitgefühl des Lesers. Sie bittet darum, ihr Herz zu verstehen und zu erkennen, dass es so geblieben ist, wie Gott es geschaffen hat. Wenn der Leser dies begreifen könnte, würde er sie lieben, so wie sie ist - ein freier, unkonventioneller und unvollkommener Mensch, der sich nach Akzeptanz sehnt, aber Schwierigkeiten hat, sich in die Gesellschaft einzufügen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostroph
- Wolle du mich nicht richten
- Bildsprache
- raue Lieder zu dichten, die nichts sind für den Haufen
- Hyperbel
- Ich bin stark und Vorsicht verachte
- Kontrast
- Ich bin fremd unter den Menschen
- Personifikation
- Ich bin unbedacht in Worten und Werken