Er klaget wegen der bösen Kriegszeit /und bittet umb des Krieges Abwendung

Unknown Author

1778

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Daniel Georg Morhof

Er klaget wegen der bösen Kriegszeit / und bittet umb des Krieges Abwendung

Ach / wo will die Welt hinaus! Dieses schnöde Buben-Haus / Das dem Laster Leben Auff den Grund ergeben! Sieht man doch Jmmer noch / Sich mit starcken Zügen Alle Welt bekriegen.

Ist denn aus der Höllen Schooß / Alle Schaar der Teuffel loß / Die bey uns auff Erden Wollen Bürger werden? Sieht man doch / Daß annoch Sind mit Krieg und Streiten Eine Pest der Zeiten.

Ist ein Winckel in der Welt / Den man frey von Kriegen hält? Schlagen nicht die Flammen Uberall zusammen? Menschen / Vieh Fressen sie / Was sie nicht berücken / Muß von Rauch’ ersticken.

Alles liegt bey Krieges-Zeit / Kunst / Zucht / Recht und Redligkeit / Alle gute Sitten / Werden überschritten / Raub und Brand / Stürtzt das Land / Edle / Bauren / Bürger / Laster / Seuchen / Würger.

Kein Gesetze wird erhört / Alles Gute wird verkehrt / Hier seyn lauter Hencker / Leib- und Seelen-Kräncker / Denen Gott Selbst ein Spott / Leben / Haus und Stelle Wird uns hier zur Hölle.

Komm / o Friedens-Geist / herein / Tilge mit des Jahres-Schein’ / Allen Höllen-Nebel / Brich den Mörder-Sebel / Gott steh’ auff / Daß dein Hauff' Hier nicht gantz erliege / So greiff du zum Kriege!

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Illustration zu Er klaget wegen der bösen Kriegszeit /und bittet umb des Krieges Abwendung

Interpretation

Das Gedicht "Er klaget wegen der bösen Kriegszeit / und bittet umb des Krieges Abwendung" von Unknown Author beschreibt die Verzweiflung und den Schmerz über die Auswirkungen des Krieges auf die Welt. Der Autor beklagt, dass die Welt in einem Zustand des Lasters und der Gewalt gefangen ist, und dass die Menschen sich gegenseitig bekriegen, anstatt in Frieden zu leben. Der zweite Teil des Gedichts vergleicht die Menschen mit Dämonen aus der Hölle, die auf die Erde gekommen sind, um Chaos und Zerstörung zu bringen. Der Autor beschreibt, wie der Krieg alles Gute und Schöne in der Welt zerstört und wie er die Menschen in eine Hölle auf Erden verwandelt. Er betont, dass es keinen Ort auf der Welt gibt, der frei von Krieg und Gewalt ist, und dass die Flammen des Krieges alles verschlingen, was ihnen in den Weg kommt. Im letzten Teil des Gedichts bittet der Autor um den Frieden und um die Hilfe Gottes, um die Welt von der Hölle des Krieges zu befreien. Er ruft den Friedensgeist herbei, um den Nebel der Hölle zu vertreiben und den Mörder-Geist zu brechen. Der Autor betont, dass nur Gott in der Lage ist, die Welt vor dem Untergang zu retten und den Krieg zu beenden.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Ach / wo will die Welt hinaus! Dieses schnöde Buben-Haus / Das dem Laster Leben / Auff den Grund ergeben! Sieht man doch / Jmmer noch / Sich mit starcken Zügen / Alle Welt bekriegen.
Apostrophe
Komm o Friedens-Geist, herein
Hyperbel
Ist ein Winckel in der Welt / Den man frey von Kriegen hält?
Metapher
Tilge mit des Jahres-Schein' / allen Höllen-Nebel
Personifikation
Die bey uns auff Erden / Wollen Bürger werden?