Entgleite nicht

Joachim Ringelnatz

1883

Wer hätte damals das gedacht!? Von mir!? — Wie war ich davon weit!

Dann stieg ich, stiegen wir zu zweit Und sagten glücklich vor der Nacht; „Kehr nie zurück, bedankte Ärmlichkeit!“

Es war ein wunderschönes Hausen In guter, kleinerbauter Heimlichkeit. —

Ganz winzige, herzförmige Fenster gibt′s. —

Im reichen Raum vergißt man leicht das Draußen. —

Entgleite nicht, du Glück der Einfachheit.

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Illustration zu Entgleite nicht

Interpretation

Das Gedicht "Entgleite nicht" von Joachim Ringelnatz handelt von einem Menschen, der früher in ärmlichen Verhältnissen lebte und sich davon weit entfernt hat. Es beschreibt den Wunsch nach einem einfachen, aber glücklichen Leben in einer kleinen, aber gemütlichen Umgebung. Der Sprecher und sein Partner haben sich von der Armut verabschiedet und sind in ein neues Leben aufgebrochen, das von Glück und Zufriedenheit geprägt ist. Das Gedicht zeichnet ein Bild von einem idyllischen Dasein in einem kleinen, aber schönen Haus. Die herzförmigen Fenster symbolisieren die Liebe und Geborgenheit, die in diesem neuen Zuhause herrschen. Der Reichtum an Raum und die Gemütlichkeit lassen den Sprecher die Sorgen des Alltags vergessen. Doch trotz des Glücks und der Zufriedenheit mahnt der letzte Vers, das Glück der Einfachheit nicht zu verlieren oder zu vergessen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Hoffnung und des Optimismus. Es ermutigt dazu, sich von den Fesseln der Armut zu befreien und ein einfaches, aber glückliches Leben zu führen. Es erinnert daran, dass Glück und Zufriedenheit nicht von äußeren Umständen abhängen, sondern von der inneren Einstellung und der Fähigkeit, die kleinen Freuden des Lebens zu schätzen.

Schlüsselwörter

hätte damals gedacht davon weit stieg stiegen zweit

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Stilmittel

Anapher
Wie war ich davon weit! Dann stieg ich, stiegen wir zu zweit
Imperativ
Kehr nie zurück, bedankte Ärmlichkeit!
Metapher
Ganz winzige, herzförmige Fenster gibt's
Personifikation
Entgleite nicht, du Glück der Einfachheit
Rhetorische Frage
Wer hätte damals das gedacht!?