Entführung
unknownO Lady Judith, spröder Schatz, Drückt dich zu fest mein Arm? Je zwei zu Pferd haben schlechten Platz Und Winternacht weht nicht warm.
Hart ist der Sitz und knapp und schmal, Und kalt mein Kleid von Erz, Doch kälter und härter als Sattel und Stahl War gegen mich dein Herz.
Sechs Nächte lag ich in Sumpf und Moor Und hab′ um dich gewacht, Doch weicher, bei Sankt Görg ich′s schwor, Schlaf′ ich die siebente Nacht!
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Interpretation
Das Gedicht "Entführung" von Willibald Alexis erzählt die Geschichte einer Entführung, bei der der Erzähler eine Dame namens Lady Judith entführt hat. Die erste Strophe beschreibt die körperlichen Unannehmlichkeiten der Reise zu Pferd bei winterlicher Kälte und fragt, ob der Erzähler die Dame zu fest an sich drückt. In der zweiten Strophe wird deutlich, dass die emotionale Kälte des Herzens der Dame noch härter und kälter ist als die körperlichen Unannehmlichkeiten der Reise. Der Erzähler vergleicht die Härte des Sattels und des Stahls mit der emotionalen Kälte, die er von Lady Judith erfährt. Die dritte Strophe offenbart die Hingabe des Erzählers, der sechs Nächte in Sumpf und Moor verbracht hat, um über die Dame zu wachen. Trotz der körperlichen Strapazen und der emotionalen Kälte schwört er, die siebte Nacht weicher zu schlafen, was auf eine mögliche Veränderung oder Erleichterung hindeutet. Das Gedicht vermittelt somit eine Mischung aus körperlichem Leiden, emotionaler Kälte und unerschütterlicher Hingabe.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Sitz und knapp und schmal
- Anapher
- Drückt dich zu fest mein Arm?
- Bildsprache
- Sechs Nächte lag ich in Sumpf und Moor
- Hyperbel
- Doch kälter und härter als Sattel und Stahl
- Kontrast
- Doch kälter und härter als Sattel und Stahl
- Metapher
- Winternacht weht nicht warm
- Personifikation
- Winternacht weht nicht warm
- Rhetorische Frage
- Drückt dich zu fest mein Arm?