Entbietung
1920Schmück dir das Haar mit wildem Mohn, die Nacht ist da, all ihre Sterne glühen schon. All ihre Sterne glühn heut Dir! du weißt es ja: all ihre Sterne glühn in mir!
Dein Haar ist schwarz, dein Haar ist wild und knistert unter meiner Glut; und wenn die schwillt, jagt sie mit Macht die roten Blüten und dein Blut hoch in die höchste Mitternacht.
In deinen Augen glimmt ein Licht, so grau in grün, wie dort die Nacht den Stern umflicht. Wann kommst du?! - Meine Fackeln lohn! laß glühn, laß glühn! schmück mir dein Haar mit wildem Mohn!
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Interpretation
Das Gedicht "Entbietung" von Richard Dehmel ist eine leidenschaftliche Einladung an eine Geliebte. Der Sprecher bittet die Frau, ihr Haar mit wildem Mohn zu schmücken, um sich auf die Nacht vorzubereiten. Die Nacht wird als ein Ort der Leidenschaft und der Ekstase dargestellt, an dem die Sterne leuchten und die Sinne geschärft sind. Der Sprecher beschreibt die Frau als wild und leidenschaftlich, deren schwarzes Haar unter seiner "Glut" knistert. Die "Glut" kann als sexuelle Begierde interpretiert werden, die die Frau und den Sprecher in einen Zustand der Ekstase versetzt. Die roten Blüten des Mohns und das Blut der Frau werden als Symbole für ihre Leidenschaft und ihre Hingabe an den Sprecher verwendet. Das Gedicht endet mit einer Aufforderung an die Frau, zu kommen und sich dem Sprecher hinzugeben. Der Sprecher verspricht, ihr Haar mit wildem Mohn zu schmücken und sie in die "höchste Mitternacht" zu führen, einen Ort der vollkommenen Leidenschaft und Ekstase.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- all ihre Sterne glühen schon
- Anrede
- Wann kommst du?!
- Imperativ
- laß glühn, laß glühn
- Metapher
- schmück mir dein Haar mit wildem Mohn
- Personifikation
- die Nacht ist da
- Vergleich
- so grau in grün, wie dort die Nacht den Stern umflicht
- Wiederholung
- All ihre Sterne glühn heut Dir!