Ende
unbekanntNur eines noch: viel Stille um sich her wie weiche Decken schlagen,
Irgendwo im Alltag versinken, in Gewöhnlichkeit, seine Sehnsucht in die Enge bürgerlicherStuben tragen,
Hingebückt, ins Dunkel gekniet, nicht anders sein wollen, geschränkt und gestillt, vonTag und Nacht überblüht, heimgekehrt von Reisen
Ins Metaphysische – Licht sanfter Augen über sich, weit, tief ins Herz geglänzt, denRest von irrem Himmelsdurst zu speisen –
Kühlung Wehendes, Musik vieler gewöhnlicher Stimmen, die sich so wie Wurzeln stillerBirken stark ins Blut dir schlagen,
Vorbei die umtaumelten Fanfaren, die in Abenteuer und Ermattung tragen,
Morgens erwachen, seine Arbeit wissen, sein Tagewerk, festbezirkt, stumm aller Lockung, erblindetallem, was berauscht und trunken macht,
Keine Ausflüge mehr ins Wolkige, nur im Nächsten noch sich finden, einfach wie ein Kind,das weint und lacht,
Aus seinen Träumen fliehen, Helle auf sich richten, jedem Kleinsten sich verweben,
Aufgefrischt wie vom Bad, ins Leben eingeblüht, dunkel dem großen Dasein hingegeben.
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Ende" von Ernst Stadler beschreibt einen Zustand der Sehnsucht nach Ruhe und Einfachheit. Der Sprecher sehnt sich danach, sich in die Stille zu hüllen und im Alltag zu versinken, fernab von den Strapazen und Abenteuern des Lebens. Er wünscht sich, seine Sehnsucht in die Enge bürgerlicher Stuben zu tragen und sich von den Anforderungen der Außenwelt zurückzuziehen. Der zweite Teil des Gedichts zeigt den Wunsch nach Geborgenheit und Vertrautheit. Der Sprecher sehnt sich nach dem sanften Licht sanfter Augen, das tief ins Herz scheint und den Rest von irrem Himmelsdurst speist. Er wünscht sich die Kühlung wehender Brise und die Musik vieler gewöhnlicher Stimmen, die sich wie Wurzeln stiller Birken ins Blut schlagen. Die umtaumelten Fanfaren und das Abenteuer sollen vorbei sein, stattdessen wünscht er sich einen ruhigen Morgen, an dem er seine Arbeit kennt und sein Tagewerk verrichtet, ohne von Lockungen oder berauschenden Einflüssen abgelenkt zu werden. Im letzten Teil des Gedichts drückt der Sprecher den Wunsch aus, aus seinen Träumen zu fliehen und sich dem Hier und Jetzt zuzuwenden. Er möchte sich wie ein Kind verhalten, das weint und lacht, und sich im Nächsten noch finden. Er sehnt sich danach, aufgefrischt wie vom Bad, ins Leben eingeblüht und dem großen Dasein hingegeben zu sein. Das Gedicht endet mit dem Bild des Eingeblühtseins ins Leben, was eine tiefe Verbundenheit und Hingabe zum Ausdruck bringt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- dunkel dem großen Dasein hingegeben
- Metapher
- ins Leben eingeblüht