Eisnacht

Clara Müller-Jahnke

1904

Wie in Seide ein Königskind schläft die Erde in lauter Schnee, blauer Mondscheinzauber spinnt schimmernd über der See.

Aus den Wassern der Rauhreif steigt, Büsche und Bäume atmen kaum: durch die Nacht, die erschauernd schweigt, schreitet ein glitzernder Traum.

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Interpretation

Das Gedicht "Eisnacht" von Clara Müller-Jahnke beschreibt eine winterliche Nacht, in der die Natur in einen tiefen, schneebedeckten Schlaf versunken ist. Die Erde wird mit einem Königskind verglichen, das in Seide gehüllt ist, was ihre Schönheit und Reinheit unterstreicht. Der blaue Mondschein zaubert einen magischen Schimmer über den See und verleiht der Szene eine traumhafte Atmosphäre. In der zweiten Strophe wird die Stille und Kälte der Nacht betont. Der Rauhreif steigt aus dem Wasser, und Büsche sowie Bäume atmen kaum noch, als ob sie in einem Zustand der Starre verharrten. Die Nacht selbst scheint zu erzittern und zu schweigen, was die Stille und Einsamkeit der winterlichen Landschaft verstärkt. Der abschließende Vers führt einen "glitzernden Traum" ein, der durch die Nacht schreitet. Dieser Traum könnte als Metapher für die Schönheit und Magie der winterlichen Nacht verstanden werden, die die Landschaft in ein funkelndes, fast unwirkliches Gewand hüllt. Das Gedicht vermittelt somit eine tiefere Wertschätzung für die Stille und Schönheit der Natur in ihrer winterlichen Ruhe.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Wie in Seide ein Königskind
Personifikation
schreitet ein glitzernder Traum
Vergleich
Wie in Seide ein Königskind