Einziges Geschiedensein

Friedrich Hebbel

1813

Schlummernd im schwellenden Grün Liegst du, wo Lüfte dich fächeln! Mädchen, was spiegelt dies Lächeln, Spiegelt dies zarte Erglühn?

Ach, wie beschleicht es mit Schmerz Kalt mir den innersten Frieden! Gänzlich, wie nie noch, geschieden Fühlt sich von deinem mein Herz.

Was, wie ein göttlicher Hauch, Jetzt dich durchzittert, das Leben, Eh′ du erwachst, wird′s entschweben, Nimmer erfreut es mich auch.

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Illustration zu Einziges Geschiedensein

Interpretation

Das Gedicht "Einziges Geschiedensein" von Friedrich Hebbel beschreibt eine Szene, in der der Sprecher ein schlafendes Mädchen in der Natur beobachtet. Das Mädchen liegt inmitten üppigen Grüns und wird von sanften Lüften umfächelt. Der Sprecher ist fasziniert von dem zarten Lächeln und dem leichten Erröten des Mädchens, das sich in seinem Gesicht spiegelt. Er fragt sich, was diese Anzeichen von Zärtlichkeit und Verletzlichkeit bedeuten mögen. Doch während der Sprecher das schlafende Mädchen betrachtet, überkommt ihn ein schmerzliches Gefühl. Die Nähe zum Mädchen und die Schönheit des Moments lassen ihn erkennen, wie tief er von ihr getrennt ist. Sein Herz fühlt sich ihr gegenüber vollkommen entfremdet und isoliert. Der Sprecher ist sich bewusst, dass das Leben, das jetzt das Mädchen durchzittert, vergänglich ist und ihm selbst niemals Freude bereiten wird. Das Gedicht thematisiert die Einsamkeit und das unerfüllte Verlangen des Sprechers. Obwohl er das Mädchen in seiner Nähe sieht und von seiner Schönheit berührt ist, fühlt er sich ihr gegenüber als ein Fremder. Die Szene wird als einzigartige Trennung beschrieben, die den Sprecher tief berührt und schmerzt. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung von Melancholie und Sehnsucht, die durch die Vergänglichkeit des Lebens und die Unerreichbarkeit des Mädchens noch verstärkt wird.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
durchzittert, das
Hyperbel
Gänzlich, wie nie noch, geschieden
Metapher
Was, wie ein göttlicher Hauch
Personifikation
Lüfte dich fächeln
Rhetorische Frage
Mädchen, was spiegelt dies Lächeln, Spiegelt dies zarte Erglühn?