Einst zerschlug mich die Einsamkeit
1867Einst zerschlug mich die Einsamkeit wie dumm Holz Scheit um Scheit, Unter deiner Hand wurden die Wunden ein Traum, Im gesunden Baum singen mit jungem Flaum deine Vögel.
Dein Herz hat das Wort »Weh« sterben gemacht, Du hast warme Ähren auf die Felder gestellt, Du wirst süße Trauben bescheren Und endlich den Schnee, der den Winter erhellt. Das Jahr wächst freundlich aus deinem Schoß, Ich sehe staunend zu, wie reich du bist, Und wie dein Reichtum nie ruht.
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Interpretation
Das Gedicht "Einst zerschlug mich die Einsamkeit" von Max Dauthendey beschreibt die transformative Kraft der Liebe und ihre Fähigkeit, Schmerz und Einsamkeit zu heilen. Der lyrische Ich-Erzähler schildert, wie er einst von der Einsamkeit zerschmettert wurde, wie Scheit um Scheit dumm Holz. Doch unter der liebevollen Hand des Gegenübers verwandeln sich die Wunden in einen Traum, und die Vögel singen im gesunden Baum mit jungem Flaum. Die zweite Strophe verdeutlicht, wie die Liebe das Herz des lyrischen Ichs verändert hat. Das Wort "Weh" ist gestorben, und anstelle von Schmerz und Leid gibt es nun Wärme und Fülle. Die Felder sind mit warmen Ähren bestellt, und es werden süße Trauben und Schnee erwartet, der den Winter erhellt. Das Jahr wächst freundlich aus dem Schoß der Geliebten, und das lyrische Ich staunt über ihren Reichtum, der niemals ruht. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Dankbarkeit und Bewunderung für die transformative Kraft der Liebe. Die Liebe hat das lyrische Ich von der Einsamkeit und dem Schmerz befreit und ihm ein neues Leben voller Wärme, Fülle und Schönheit geschenkt. Die Geliebte wird als eine Quelle des Lebens und des Reichtums dargestellt, aus der das Jahr freundlich wächst. Das lyrische Ich ist voller Staunen und Bewunderung für die Fülle, die die Liebe gebracht hat, und es erkennt, dass dieser Reichtum niemals enden wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Du hast warme Ähren auf die Felder gestellt
- Hyperbel
- Und wie dein Reichtum nie ruht
- Metapher
- Das Jahr wächst freundlich aus deinem Schoß
- Personifikation
- Dein Herz hat das Wort »Weh« sterben gemacht