Eins und zwei
1876Warum, o Mutter, o Natur, Gabst deinem Sohn, dem Menschen nur Ein Herz du, um in süßen Trieben Geliebt zu werden und zu lieben, Und einen Mund nur, um zu küssen, Und Wonn′ und Seligkeit zu saugen; Jedoch zum Weinen, ach! - zwei Augen? -
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Interpretation
Das Gedicht "Eins und zwei" von Anastasius Grün thematisiert die ungleiche Ausstattung des Menschen mit emotionalen und ausdrucksstarken Fähigkeiten. Der Sprecher fragt sich, warum die Natur dem Menschen nur ein Herz gegeben hat, um zu lieben und geliebt zu werden, und nur einen Mund, um zu küssen und Wonne zu erfahren. Diese einseitige Zuteilung der liebevollen und positiven Eigenschaften erscheint ungerecht. Die Ironie des Gedichts liegt in der Beobachtung, dass der Mensch hingegen zwei Augen zum Weinen besitzt. Während die Fähigkeit zu lieben und zu genießen auf ein Herz und einen Mund beschränkt ist, steht dem Menschen eine doppelte Ausstattung für das Weinen zur Verfügung. Diese Ungleichheit wird als ungerecht und unausgewogen empfunden. Das Gedicht wirft Fragen nach der Natur des Menschen und der Rolle der Natur selbst auf. Es deutet an, dass der Mensch zwar fähig ist zu lieben und zu genießen, aber auch anfällig für Schmerz und Trauer ist. Die doppelte Ausstattung mit Augen zum Weinen könnte als Hinweis darauf verstanden werden, dass der Mensch zwangsläufig mehr Leid erfahren wird als Freude empfinden kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Und einen Mund nur, um zu küssen, Und Wonn′ und Seligkeit zu saugen
- Hyperbel
- Ein Herz du, um in süßen Trieben Geliebt zu werden und zu lieben
- Personifikation
- Warum, o Mutter, o Natur
- Rhetorische Frage
- Warum, o Mutter, o Natur, Gabst du deinem Sohn, dem Menschen nur Ein Herz du, um in süßen Trieben Geliebt zu werden und zu lieben, Und einen Mund nur, um zu küssen, Und Wonn′ und Seligkeit zu saugen; Jedoch zum Weinen, ach! - zwei Augen? -