Einmal noch den Abend halten

Klabund

unknown

Einmal noch den Abend halten Im versinkenden Gefühl! Der Gestalten, der Gewalten Sind zuviel.

Sie umbrausen den verwegnen Leuchter, Der die Nacht erhellt. Fiebriger und feuchter Glänzt das Angesicht der Welt.

Erste Sterne, erste Tropfen regnen, Immer süßer singt das Blatt am Baum. Und die brüderlichen Blitze segnen Blau wie Veilchen den erwachten Traum.

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Illustration zu Einmal noch den Abend halten

Interpretation

Das Gedicht "Einmal noch den Abend halten" von Klabund ist eine sinnliche und atmosphärische Beschreibung des Übergangs vom Tag zur Nacht. Der Sprecher sehnt sich danach, den Abend noch einmal festzuhalten, umgeben von den überwältigenden Gestalten und Gewalten der Natur. Die Bilder des untergehenden Tages und der aufkommenden Nacht werden lebhaft und eindringlich dargestellt. Im zweiten Vers wird die Nacht als eine Zeit der Erleuchtung und des Erwachens beschrieben. Der Leuchter, der die Nacht erhellt, wird von den Gestalten und Gewalten umrauscht, was auf die überwältigende Natur der nächtlichen Atmosphäre hindeutet. Die fiebrige und feuchte Glut der Welt spiegelt die Intensität und Leidenschaft wider, die mit dem Übergang zur Nacht einhergehen. Im letzten Vers wird die Schönheit und das Versprechen der Nacht durch die Bilder der ersten Sterne, des Regens und der singenden Blätter am Baum eingefangen. Die "brüderlichen Blitze" segnen den erwachten Traum, was auf eine Art von Erleuchtung oder Offenbarung hindeutet, die mit der Ankunft der Nacht einhergeht. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Hoffnung und des Staunens über die Wunder der Natur und die transformative Kraft der Nacht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Fiebriger und feuchter
Bildsprache
Glänzt das Angesicht der Welt
Metapher
Das Blatt am Baum 'singt'.
Personifikation
Die Blitze 'segnen' den Traum.