Einladung zum Tanz
1813Das Schwert ist gefeget, Der Säbel ist blank, Der Speer ist umleget Mit Stahl breit und lang, Der Mut ist gewetzet, Das Herz sich erletzet Mit Trommeln und Pfeifen Im kriegrischen Klang.
Nun her, ihr Franzosen! Hieher in das Feld! Hier tanzet auf Rosen! Musik ist bestellt; Schon klingen die Saiten Des Reigens von weitem; Versuchet, wer heute Den Vortanz erhält.
Die Braut heißet Ehre, Sie führet den Tanz Und schreitet dem Heere Voran mit dem Kranz; Sie mahnet zur Rache Für heilige Sache Und hat ihn gefärbet Mit blutigem Glanz.
Das Brautmädchen springet So tapfer daher, Heißt Freiheit und schwinget Den mächtigen Speer; Sie kann nicht erbleichen, Auf Trümmern und Leichen Da führt sie als Heldin Das vorderste Heer.
Drum frisch, Kameraden! Wer greifet den Kranz? Seid alle geladen Zum Spiel und zum Tanz; Die Trommeln erklingen, Die Fahnen sich schwingen - Juchheisa! Juchheisa! Zum lustigen Tanz!
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Interpretation
Das Gedicht "Einladung zum Tanz" von Ernst Moritz Arndt ist eine patriotische Kriegspredigt, die den Kampf gegen die französische Fremdherrschaft während der napoleonischen Kriege als heroisches Fest und als Tanz mit dem Tod darstellt. Das Schwert, der Säbel und der Speer werden als Waffen vorbereitet und der Mut geschärft, um sich auf den Kampf vorzubereiten. Die Einladung zum Tanz richtet sich an die Franzosen, die auf ein Feld voller Rosen gelockt werden sollen, wo die Musik bereits erklingt. Die Braut Ehre führt den Tanz an und mahnt zur Rache für eine heilige Sache. Sie ist in blutigem Glanz gefärbt und symbolisiert die Opferbereitschaft und den heroischen Kampf für die Freiheit. Die Freiheit selbst tritt als tapferes Brautmädchen auf, das den mächtigen Speer schwingt und sich nicht erbleichen lässt. Sie führt das vorderste Heer über Trümmer und Leichen und verkörpert den unbeugsamen Willen zum Widerstand und zur Befreiung. Das Gedicht endet mit einem Aufruf an die Kameraden, den Kranz zu ergreifen und am Spiel und Tanz des Krieges teilzunehmen, begleitet von den Klängen der Trommeln und dem Schwenken der Fahnen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Zum Spiel und zum Tanz
- Personifikation
- Sie kann nicht erbleichen