Logo der Website, Schriftzug "Poesie Oase" mit Palmen umrandet.
, ,

Einkehr spätabends

Von

Endlich ein Menschenhaus,
Äste, die gastlich sich breiten,
Peter und Steffel und Klaus –
Plaudernd nun schau‘ ich hinaus
In die verdämmernden Weiten.

Seltsamer starren sie her,
Wälder und dehnende Auen,
Fremd und verworren und leer –
Wandert da draußen noch wer,
Wo schon die Nebel grauen?

Gerne nun dächt‘ ich es mir:
Alle die Seelenflammen
Meilenweit aus dem Revier
Lohen am Tische schon hier
Sicher und fröhlich zusammen.

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Einkehr spätabends von Hanns von Gumppenberg

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Einkehr spätabends“ von Hanns von Gumppenberg beschreibt in zwei Strophen die Erfahrung des Ankommens und der Geborgenheit nach einem Tag in der Natur. Die erste Strophe fokussiert auf die Erleichterung und Freude des lyrischen Ichs, endlich ein menschliches Haus zu finden, wo Freunde wie Peter, Steffel und Klaus auf es warten. Die einladenden „Äste, die gastlich sich breiten“ und das „Plaudern“ deuten auf eine warme und soziale Atmosphäre hin, ein Kontrast zu der Außenwelt. Das lyrische Ich blickt hinaus in die „verdämmernden Weiten“, was eine gewisse Distanz und eine Trennung von der Außenwelt suggeriert.

Die zweite Strophe thematisiert die Ambivalenz zwischen der Geborgenheit im Haus und der Fremdheit der Natur, die das lyrische Ich draußen wahrnimmt. Die Natur wird als „fremd und verworren und leer“ beschrieben, was die Einsamkeit und Unbehaustheit der Außenwelt betont. Die Frage „Wandert da draußen noch wer, / Wo schon die Nebel grauen?“ drückt ein Gefühl der Sorge und des Mitgefühls für diejenigen aus, die sich noch im Unbekannten aufhalten.

Die letzte Strophe stellt die Verklärung und Sehnsucht des lyrischen Ichs nach Verbundenheit und Gemeinschaft dar. Es stellt sich vor, dass „alle die Seelenflammen“, also alle Menschen, die draußen unterwegs sind, sich schon an einem Tisch versammelt haben und „sicher und fröhlich zusammen“ sind. Die „Seelenflammen“ stehen für die Essenz des Menschen, für seine Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit und Geselligkeit.

Insgesamt ist das Gedicht eine Reflexion über die Sehnsucht nach Heimat und Gemeinschaft, sowie die Ambivalenz gegenüber der Natur. Es vermittelt das Gefühl, dass das wahre Glück in der menschlichen Verbundenheit und der Geborgenheit zu finden ist, und drückt gleichzeitig die Sorge um diejenigen aus, die sich noch in der Einsamkeit der Außenwelt befinden. Das Gedicht verwebt gekonnt das Innen und Außen, die Sicherheit des menschlichen Zuhauses und die Fremdheit der Natur, um die universelle Sehnsucht nach Geborgenheit und sozialer Verbundenheit zu evozieren.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.