Einkehr spätabends
1928Endlich ein Menschenhaus, Äste, die gastlich sich breiten, Peter und Steffel und Klaus - Plaudernd nun schau’ ich hinaus In die verdämmernden Weiten.
Seltsamer starren sie her, Wälder und dehnende Auen, Fremd und verworren und leer - Wandert da draußen noch wer, Wo schon die Nebel grauen?
Gerne nun dächt’ ich es mir: Alle die Seelenflammen Meilenweit aus dem Revier Lohen am Tische schon hier Sicher und fröhlich zusammen.
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Interpretation
Das Gedicht "Einkehr spätabends" von Hanns von Gumppenberg beschreibt einen Reisenden, der nach Einbruch der Dämmerung ein menschliches Haus erreicht. Die warme Atmosphäre des Hauses, symbolisiert durch die "gastlich sich breitenden Äste" und die Anwesenheit von Menschen wie Peter, Steffel und Klaus, steht im Kontrast zur kalten, fremden und verwirrenden Natur draußen. Der Sprecher schaut hinaus in die "verdämmernden Weiten" und fragt sich, ob noch jemand draußen unterwegs ist, wo sich bereits die Nebel sammeln. Die Natur wird als "seltsam starrend" und "fremd und verworren und leer" beschrieben, was eine gewisse Bedrohlichkeit und Unberechenbarkeit ausstrahlt. Der Sprecher fühlt sich in der Geborgenheit des Hauses sicher und sehnt sich danach, dass alle "Seelenflammen" aus der Ferne ebenfalls hier am Tisch versammelt sind, "sicher und fröhlich zusammen". Dies könnte als Wunsch nach Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit interpretiert werden, besonders in Zeiten der Dunkelheit und Unsicherheit. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung der Erleichterung und des Trostes, die der Reisende in der menschlichen Behausung findet. Es kontrastiert die Kälte und Fremdheit der Natur mit der Wärme und Vertrautheit des menschlichen Zusammenhalts. Die "Seelenflammen" können als Metapher für die inneren Sehnsüchte und Bedürfnisse des Menschen nach Gemeinschaft und Geborgenheit verstanden werden, die in der Dunkelheit der Nacht besonders stark werden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Endlich ein Menschenhaus
- Metapher
- Äste, die gastlich sich breiten
- Parallelismus
- Peter und Steffel und Klaus
- Personifikation
- Wälder und dehnende Auen
- Rhetorische Frage
- Wandert da draußen noch wer, Wo schon die Nebel grauen?
- Symbolik
- Seelenflammen