Einer Unbekannten

Anton Wildgans

1932

In diesem Traurigsein, das Leben heißt, kann einer fremden Lampe Schein oft wie ein stilles Grüßen sein von Geist zu Geist.

Und eines Menschen Angesicht, das kaum man kennt, kann rührend sein wie ein Gedicht und tröstend wie ein leises Licht, das tief im Dämmer brennt.

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Interpretation

Das Gedicht "Einer Unbekannten" von Anton Wildgans beschreibt die tiefe menschliche Erfahrung des Lebens als einen Zustand des Traurigseins. Es verdeutlicht, wie selbst die kleinste Verbindung zu einem anderen Menschen, wie der Schein einer fremden Lampe, eine stille, geistige Begrüßung sein kann. Diese subtile Form der Kommunikation zwischen Seelen wird als eine Quelle des Trostes und der Erkenntnis dargestellt. Die zweite Strophe erweitert das Thema, indem sie das Gesicht eines kaum bekannten Menschen mit einem Gedicht und einem sanften Licht vergleicht. Diese Metaphern betonen die Schönheit und den Trost, den ein unbekannter Mensch spenden kann. Das Gedicht suggeriert, dass selbst flüchtige Begegnungen mit Fremden eine tiefere Bedeutung haben können, die über die bloße visuelle Wahrnehmung hinausgeht. Abschließend vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes in einer oft traurigen Welt. Es erinnert uns daran, dass selbst in den dunkelsten Momenten, symbolisiert durch das "tiefe Dämmer", kleine Lichter der Menschlichkeit und des Verständnisses existieren. Diese Lichter, ob in Form einer Lampe oder eines menschlichen Gesichts, bieten eine stille, aber tiefgreifende Verbindung zwischen den Menschen und können uns in Zeiten der Einsamkeit und Traurigkeit Trost spenden.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
In diesem Traurigsein, das Leben heißt
Personifikation
von Geist zu Geist
Vergleich
und tröstend wie ein leises Licht, das tief im Dämmer brennt