Eine Mondnacht in Rom
1813Beim Dämmerlicht des Mondes schau′ ich gerne Der grauen Weltstadt bröckelnde Ruinen, Die uns als Maß für ihre Größe dienen, Woran der Mensch sich selber messen lerne;
Denn dieses Licht, das einem trüben Sterne Entfließt, hat ihre Schlachten nie beschienen, Nur die Gefallnen mit den ehrnen Mienen, Umstanden von des Heeres bestem Kerne.
Jetzt trägt sie selbst, wie die, den Todesstempel, Drum ziemt sich′s, daß dasselbe Licht ihr leuchte, Dann träumt vielleicht ein Dichter, daß die Sonnen
Erlöschen, wie Paläste hier und Tempel Zusammenstürzen, und der oft verscheuchte Vernichtungsengel jetzt den Sieg gewonnen!
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Interpretation
Das Gedicht "Eine Mondnacht in Rom" von Friedrich Hebbel beschreibt die Betrachtung der antiken Ruinen der Stadt unter dem Licht des Mondes. Der Sprecher findet in der Dämmerung eine besondere Faszination darin, die verfallenden Überreste der einstigen Metropole zu betrachten. Diese Ruinen dienen als Maßstab für die ehemalige Größe Roms und sollen dem Menschen als Lehre dienen, sich an ihnen zu messen. Der zweite Teil des Gedichts setzt sich mit der Atmosphäre auseinander, die das Mondlicht auf die Ruinen wirft. Das Licht eines "trüben Sterns" hat nie die Schlachten Roms erhellt, sondern nur die Gefallenen mit ihren eisernen Mienen umgeben von den besten Kriegern des Heeres. Nun trägt die Stadt selbst das Zeichen des Todes, weshalb es angemessen ist, dass dasselbe Licht sie erhellt. Der Dichter träumt vielleicht davon, dass die Sonnen erlöschen, wie die Paläste und Tempel hier zusammenstürzen, und der oft verscheuchte Vernichtungsengel nun den Sieg errungen hat. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung, die den Verfall und die Vergänglichkeit der einstigen Größe Roms unterstreicht. Das Mondlicht dient als Symbol für die Vergänglichkeit und den Tod, während die Ruinen als Mahnmal für die menschliche Hybris und die Vergänglichkeit aller irdischen Macht stehen. Der Dichter träumt von der endgültigen Vernichtung und dem Triumph des Vernichtungsengels, was die Endgültigkeit des Verfalls und des Untergangs betont.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Nur die Gefallnen mit den ehrnen Mienen, / Umstanden von des Heeres bestem Kerne
- Hyperbel
- Dann träumt vielleicht ein Dichter, daß die Sonnen / Erlöschen, wie Paläste hier und Tempel / Zusammenstürzen
- Metapher
- Beim Dämmerlicht des Mondes schau ich gerne / Der grauen Weltstadt bröckelnde Ruinen
- Personifikation
- Und der oft verscheuchte / Vernichtungsengel jetzt den Sieg gewonnen
- Symbolik
- Jetzt trägt sie selbst, wie die, den Todesstempel