Eine Geschichte vom Winde
1862Wer kommt dort angeflogen? Das ist der Wind. Der Wind ist ungezogen, Er bläst dem Kind Unters Röckchen, An die Söckchen Um die Ohren, an die Nase; Solch Geblase!
Ganz zerfledert und zerflaust Kommt Rumpumpel angesaust, Und hustet, Und prustet, Das arme Tröpfchen, Und steckt sein Köpfchen In Mutters Schoß.
Und weißt du, warum der Wind so getollt? Rumpumpel sollt zu Bette gehn, und hat nicht gewollt.
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Interpretation
Das Gedicht "Eine Geschichte vom Winde" von Paula Dehmel erzählt von einem kleinen Kind namens Rumpumpel, das vom Wind geärgert wird. Der Wind wird als ungezogen und spielerisch beschrieben, der dem Kind unter das Röckchen bläst, an die Socken und Ohren sowie die Nase. Diese Szene wird mit einem Gefühl von Chaos und Unordnung dargestellt, was durch die Worte "zerfledert" und "zerflaust" betont wird. Rumpumpel, das Kind, kommt in einem Zustand der Verwirrung und des Unwohlseins an, hustend und prustend, und sucht Trost im Schoß der Mutter. Die Beschreibung des Kindes als "armes Tröpfchen" vermittelt ein Gefühl von Verletzlichkeit und Bedürftigkeit. Die Suche nach Schutz bei der Mutter symbolisiert die Notwendigkeit von Sicherheit und Geborgenheit in einer chaotischen Welt. Das Gedicht endet mit einer Erklärung für das Verhalten des Windes: Rumpumpel sollte eigentlich zu Bett gehen, aber wollte nicht. Dies fügt dem Gedicht eine moralische Dimension hinzu, die darauf hindeutet, dass das Ungehorsam des Kindes zu seinem Unglück geführt hat. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine lebendige und humorvolle Erzählung über die Folgen von Ungehorsam und die tröstende Rolle der Mutter.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- zerfledert und zerflaust
- Bildsprache
- An die Söckchen Um die Ohren, an die Nase
- Frage
- Wer kommt dort angeflogen?
- Metapher
- Solch Geblase
- Onomatopoesie
- Hustet, Prustet
- Personifikation
- Der Wind ist ungezogen
- Reimschema
- ABCABC
- Trost
- Steckt sein Köpfchen In Mutters Schoß