Eine ganz neue Katzengeschichte
1843Es hatten einst drei Katzen ein neues Mäuschen erwischt, und haben sich’s gegenseitig zum Schmause aufgetischt.
Doch wie sie’s fein zerstückelt, gefressen mit Haut und Haar, da fiel’s ihnen ein, wie niedlich und artig das Mäuslein war.
Das arme gefressene Mäuslein! Sie hatten’s gar nicht bedacht, dass es klein war und nett, und nun hätten sie gern es lebendig gemacht.
Sie haben mit Flötenstimme Darüber geweint und miaut, gezankt und gestritten und endlich es recht behaglich verdaut.
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Interpretation
Das Gedicht "Eine ganz neue Katzengeschichte" von Carmen Sylva handelt von drei Katzen, die ein Mäuschen gefangen und gemeinsam verspeist haben. Zunächst scheint die Geschichte eine typische Beutejagd zu beschreiben, bei der die Katzen sich über ihr Opfer hermachen. Doch nach dem Verzehr des Mäuschens kommen den Katzen Zweifel und Reue. Sie erkennen plötzlich, wie niedlich und artig das Mäuslein war, und bedauern ihre Tat. Die Katzen bereuen es, das Mäuschen getötet und gegessen zu haben, da sie nun erkennen, dass es klein und niedlich war. Sie wünschen sich, das Mäuschen wieder lebendig machen zu können, um es nicht getötet zu haben. Die Katzen trauern und streiten sich darüber, was sie getan haben, aber letztendlich haben sie das Mäuschen bereits verdaut und können es nicht mehr ändern. Das Gedicht vermittelt eine moralische Botschaft über Reue und die Konsequenzen von Handlungen. Es zeigt, wie schnell Menschen (oder in diesem Fall Katzen) ihre Meinung ändern können, wenn sie die Auswirkungen ihrer Taten erkennen. Die Katzen bereuen ihre Tat, aber es ist zu spät, um sie ungeschehen zu machen. Das Gedicht regt zum Nachdenken über Verantwortung und die Folgen des eigenen Handelns an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Die Katzen haben mit Flötenstimme darüber geweint und miaut, was ihre Reue übertreibt.
- Ironie
- Das Mäuschen wurde als Schmause aufgetischt, aber die Katzen bereuen es später, da sie es als niedlich und artig empfinden.
- Kontrast
- Die Katzen finden das Mäuschen niedlich und artig, nachdem sie es gefressen haben, was einen starken Kontrast zu ihrer vorherigen Handlung darstellt.
- Metapher
- Das Mäuschen als Schmause aufgetischt, was die Handlung des Essens metaphorisch beschreibt.
- Personifikation
- Die Katzen haben ein Mäuschen erwischt und es zum Schmause aufgetischt, was menschliche Verhaltensweisen anthropomorphisiert.
- Reue
- Die Katzen bereuen, das Mäuschen gefressen zu haben, und wünschen sich, es lebendig gemacht zu haben.