Eine Fremde

Theodor Storm

1852

Sie saß in unserm Mädchenkreise, Ein Stern am Frauen-Firmament; Sie sprach in unsres Volkes Weise, Nur leis, mit klagendem Akzent. Du hörtest niemals heimverlangen Den stolzen Mund der schönen Frau; Nur auf den südlich blassen Wangen Und über der gewölbten Brau′ Lag noch Granadas Mondenschimmer, Den sie vertauscht um unsern Strand; Und ihre Augen dachten immer An ihr beglänztes Heimatland.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Eine Fremde

Interpretation

Das Gedicht "Eine Fremde" von Theodor Storm beschreibt eine Frau, die in einer Gruppe von Mädchen sitzt und durch ihre Anwesenheit wie ein Stern am Himmel strahlt. Sie spricht in der Sprache des Volkes, jedoch leise und mit einem klagenden Akzent, was auf ihre Sehnsucht nach ihrer Heimat hinweist. Die Frau wird als stolz und schön beschrieben, aber sie vermisst ihre Heimat. Obwohl sie sich an den neuen Ort angepasst hat, tragen ihre blassen Wangen und ihre gewölbte Braue noch immer den Glanz des Mondes von Granada, ihrer Heimatstadt. Ihre Augen sind ständig auf ihr glänzendes Heimatland gerichtet, was ihre tiefe Sehnsucht und Verbundenheit mit ihrer Heimat verdeutlicht. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und thematisiert die Einsamkeit und Sehnsucht einer fremden Frau, die sich in einer neuen Umgebung befindet. Es zeigt die Schönheit und den Glanz ihrer Heimatstadt, die sie in Erinnerung behält und die sie vermisst. Das Gedicht verdeutlicht auch die Schwierigkeit, sich an eine neue Kultur anzupassen und die Sehnsucht nach der Vertrautheit und Geborgenheit der Heimat.

Schlüsselwörter

saß unserm mädchenkreise stern frauen firmament sprach unsres

Wortwolke

Wortwolke zu Eine Fremde

Stilmittel

Alliteration
schönen Frau
Anspielung
Granadas Mondenschimmer
Hyperbel
Du hörtest niemals heimverlangen
Metapher
Ein Stern am Frauen-Firmament
Personifikation
Granadas Mondenschimmer
Symbolik
südlich blassen Wangen
Vergleich
Sie sprach in unsres Volkes Weise