Eine Bemerkung
1768Verschwiegne Liebe wird zur Schlange, Die unsers Lebens Ruhe stört; Sie tilgt das Roth von unsrer Wange, Sie ist’s die jeden Reiz verheert, - Und die man doch so gern und lange Mit Schmerz in seinem Busen nährt.
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Interpretation
Das Gedicht "Eine Bemerkung" von Gabriele von Baumberg behandelt die zerstörerische Natur der unausgesprochenen Liebe. Die Autorin vergleicht die verschwiegene Liebe mit einer Schlange, die die Ruhe des Lebens stört. Diese Metapher verdeutlicht, wie sich unausgesprochene Gefühle wie ein Gift in einem selbst ausbreiten und das eigene Wohlbefinden beeinträchtigen können. Die unausgesprochene Liebe tilgt das "Roth von unsrer Wange", was symbolisch für die Leidenschaft und Vitalität des Lebens stehen könnte. Sie verheert jeden Reiz, was darauf hindeutet, dass die verschwiegene Liebe die Fähigkeit nimmt, Freude und Schönheit im Leben zu empfinden. Die Autorin beschreibt die paradoxe Natur der unausgesprochenen Liebe. Obwohl sie Schmerz und Zerstörung bringt, wird sie dennoch "so gern und lange mit Schmerz in seinem Busen genährt". Dies verdeutlicht die menschliche Tendenz, an schmerzhaften Gefühlen festzuhalten, selbst wenn sie uns schaden. Die unausgesprochene Liebe wird zu einem Teil des eigenen Selbst, den man nur schwer loslassen kann, obwohl man die negativen Auswirkungen erkennt. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Bedeutung von Kommunikation und Ehrlichkeit in Beziehungen an. Es zeigt, dass das Verbergen von Gefühlen langfristig schädlich sein kann und das eigene Leben beeinträchtigt. Die Autorin ermutigt dazu, die eigene Liebe auszusprechen, auch wenn es mit Risiken verbunden sein mag. Nur durch Offenheit und Ehrlichkeit können wir die zerstörerische Macht der verschwiegenen Liebe überwinden und ein erfülltes Leben führen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Sie ist's die jeden Reiz verheert
- Kontrast
- Und die man doch so gern und lange mit Schmerz in seinem Busen nährt
- Metapher
- Verschwiegne Liebe wird zur Schlange
- Personifikation
- Sie tilgt das Roth von unsrer Wange