Ein Liebesklang
1819Wie lacht die Flur im Frühlingsschein, — Die Rosenflammen glühen — Doch möcht ich keine Rose sein, Könnt ich nicht still am Busen dein Mit süßem Duft erblühen.
Wie flammt der Thau im Morgenlicht Mit freudevollem Blinken — Ich möcht es nicht — wie laut er spricht, Könnt ich als stille Thräne nicht Aus deinem Auge sinken.
Wie tönt im Walde der Gesang Auf hellen Liederschwingen — Doch gerne wär ich nur ein Klang, Könnt ich in süßem Liebesdrang Aus deiner Seele klingen.
Dann möcht ich glühn als Rosenschein An deinem Herzen, trunken, Dann glänzt ich hell im Auge dein, — Und unsre Seelen klängen drein, In Liebesglück versunken!
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Interpretation
Das Gedicht "Ein Liebesklang" von Hermann Rollett beschreibt die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach einer tiefen, innigen Verbindung mit der geliebten Person. Die Natur wird als Metapher für die Schönheit und Lebendigkeit der Liebe verwendet, wobei das Ich jedoch betont, dass es lieber ein Teil des Geliebten sein möchte als ein eigenständiges Element der Natur. In den ersten beiden Strophen vergleicht das Ich die Schönheit der Frühlingslandschaft und des Morgentaus mit der Liebe, doch es bevorzugt es, als Duft an der Brust des Geliebten zu ruhen oder als Träne aus dessen Auge zu fallen. In der dritten Strophe wünscht es sich, als Klang aus der Seele des Geliebten zu erklingen, anstatt als Gesang im Wald zu erklingen. Dies verdeutlicht den Wunsch, eins mit dem Geliebten zu sein und Teil seiner inneren Welt zu werden. Die letzte Strophe fasst die Sehnsucht des Ichs zusammen, indem es sich wünscht, als Rosenschein am Herzen des Geliebten zu glühen, in dessen Auge zu leuchten und mit dessen Seele in Liebesglück zu versinken. Das Gedicht vermittelt somit die tiefe Verbundenheit und das Verlangen nach einer harmonischen Einheit in der Liebe.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- stille Thräne
- Bildsprache
- Im Walde der Gesang
- Metapher
- Aus deiner Seele klingen
- Parallelismus
- Dann möcht ich glühn als Rosenschein / An deinem Herzen, trunken, / Dann glänzt ich hell im Auge dein
- Personifikation
- Wie lacht die Flur im Frühlingsschein
- Symbolik
- Rose (als Symbol der Liebe)
- Vergleich
- Wie flammt der Thau im Morgenlicht