Ein enges Hertze
1872Wer den Himmel wenig acht, Wer mit Erde saat sich macht, Hat ein Hertze, drinnen kaum Leeres nichts hat Stell und Raum.
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Interpretation
Das Gedicht "Ein enges Hertze" von Friedrich Freiherr von Logau beschreibt die geistige und moralische Enge eines Menschen, der weltliche Dinge über das Göttliche stellt. Es zeichnet das Bild eines Herzens, das so von materiellen und irdischen Belangen erfüllt ist, dass kein Raum mehr für Leere oder das Nichtige bleibt. Der erste Vers deutet darauf hin, dass jemand, der den Himmel wenig achtet, also wenig spirituelle oder göttliche Werte in seinem Leben berücksichtigt, ein Herz besitzt, das durch diese Vernachlässigung eng und begrenzt wird. Der zweite Vers setzt diesen Gedanken fort, indem er jemanden beschreibt, der sich mit irdischem Saatgut befasst, also seinen Fokus auf materiellen Gewinn und irdische Angelegenheiten legt. Dies führt zu einem Herzen, das von diesen Bestrebungen vollständig ausgefüllt ist. Der dritte und vierte Vers verdeutlichen die Konsequenz dieses Verhaltens: Ein Herz, in dem selbst "leeres nichts" keinen Platz mehr findet. Dies kann als Metapher für die Unfähigkeit verstanden werden, über den Tellerrand hinauszublicken, Raum für Reflexion, Spiritualität oder das Wertschätzen des Nicht-Materiellen zu schaffen. Das Gedicht kritisiert somit eine Lebensweise, die ausschließlich auf das Irdische und Materielle ausgerichtet ist, und fordert zu einer breiteren, geistig offeneren Perspektive auf.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Wer den Himmel wenig acht, Wer mit Erde saat sich macht, Hat ein Hertze, drinnen kaum Leeres nichts hat Stell und Raum.