Ein bürgerliches Schicksalslied
1750Der Pflicht vergessen Wir Fische nie; Haben viel Müh Und karg zu essen, Baun spät und früh Uns luftge Schlösser, Hätten′s gern besser Statt immer schlimmer Und raten immer Und treffen′s nie.
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Interpretation
Das Gedicht "Ein bürgerliches Schicksalslied" von Christoph Martin Wieland thematisiert die alltäglichen Mühen und Enttäuschungen des bürgerlichen Lebens. Die Fische symbolisieren hier die Menschen, die ständig bemüht sind, ihre Pflichten zu erfüllen, aber dennoch oft in Not geraten. Trotz harter Arbeit und ständiger Mühe bleibt das Leben karg und die Hoffnung auf Besserung schwindet. Die "luftigen Schlösser" stehen für die Träume und Wünsche, die oft unerreichbar bleiben und somit zu einer Quelle der Frustration werden. Die ständige Unzufriedenheit und das Gefühl, trotz aller Anstrengungen nicht voranzukommen, sind zentrale Motive des Gedichts. Die Fische, die "immer schlimmer" statt besser haben wollen, reflektieren die menschliche Natur, die ständig nach Verbesserung strebt, aber oft in einem Teufelskreis aus Hoffnung und Enttäuschung gefangen ist. Das wiederholte "raten" und "treffen's nie" unterstreicht die Nutzlosigkeit ihrer Bemühungen und die Unfähigkeit, ihre Ziele zu erreichen. Letztendlich vermittelt das Gedicht eine resignative Stimmung, die die Sinnlosigkeit des ständigen Strebens nach Besserung ohne Erfolg aufzeigt. Es ist eine Kritik an der menschlichen Existenz, die von Mühe und Enttäuschung geprägt ist, und zeigt die Tragik des bürgerlichen Lebens, das trotz aller Bemühungen oft in einer Sackgasse endet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Haben viel Müh
- Anapher
- Und
- Antithese
- Statt immer schlimmer
- Hyperbel
- Baun spät und früh
- Metapher
- Luftge Schlösser