Ebene Landschaft
1899Die Erde kam, ein grauer Strom, geflossen. Kein Damm, der ihre Flut zusammenhält, Sie hat sich über Berg und Tal und Haus ergossen. Fern, wo ein schmaler Strich den Horizont erhellt, Ein Baum. Entwurzelt. Der ins Leere fällt.
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Interpretation
Das Gedicht "Ebene Landschaft" von Maria Luise Weissmann beschreibt eine düstere und ausweglose Situation. Die Erde wird als grauer Strom dargestellt, der ungebremst fließt und alles überflutet. Es gibt keine Dämme, die die Flut zurückhalten könnten, und so ergießt sich die Erde über Berge, Täler und Häuser. Die Landschaft ist völlig eingeebnet und es gibt keinen Ausweg. Am Horizont ist nur ein schmaler Streifen zu sehen, der einen schwachen Hoffnungsschimmer vermittelt. Doch dieser wird durch den entwurzelten Baum, der ins Leere fällt, zunichte gemacht. Der Baum symbolisiert das Leben und die Natur, die ihrer Verankerung beraubt und dem Untergang geweiht sind. Der Fall ins Leere verdeutlicht die Hoffnungslosigkeit der Situation. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine nihilistische Stimmung. Die Erde als zerstörerische Kraft hat alles überwältigt und das Leben ausgelöscht. Der einzige Hoffnungsschimmer am Horizont erweist sich als trügerisch. Der entwurzelte Baum, der ins Leere fällt, symbolisiert das Scheitern und die Sinnlosigkeit allen Lebens angesichts der übermächtigen zerstörerischen Naturgewalten. Das Gedicht hinterlässt beim Leser ein Gefühl der Bedrohung und des Ausgeliefertseins.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Sie hat sich über Berg und Tal und Haus ergossen.
- Hyperbel
- Kein Damm, der ihre Flut zusammenhält
- Kontrast
- Ein Baum. Entwurzelt. Der ins Leere fällt.
- Metapher
- Die Erde kam, ein grauer Strom, geflossen.
- Personifikation
- Die Erde kam, ein grauer Strom, geflossen.
- Symbolik
- Fern, wo ein schmaler Strich den Horizont erhellt