Durch die Nacht
1863Und immer Du, dies dunkle Du, und durch die Nacht dies hohle Sausen; die Telegraphendrähte brausen, ich schreite meiner Heimat zu.
Und Schritt für Schritt dies dunkle Du, es scheint von Pol zu Pol zu sausen; und tausend Worte hör ich brausen und schreite stumm der Heimat zu.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Durch die Nacht" von Richard Dehmel thematisiert die Einsamkeit und Sehnsucht des lyrischen Ichs auf einer nächtlichen Heimreise. Die Wiederholung des Wortes "Du" und die Beschreibung der Nacht als "dunkles Du" lassen vermuten, dass das lyrische Ich von einer geliebten Person begleitet wird, die jedoch abwesend ist. Die Telegraphendrähte, die "brausen", könnten als Metapher für die Kommunikation mit dieser Person dienen, die jedoch nur einseitig stattfindet. Die Reise des lyrischen Ichs wird als schrittweise Bewegung beschrieben, die von einer unbestimmten Kraft angetrieben wird. Die Wiederholung des Satzes "ich schreite meiner Heimat zu" unterstreicht die Dringlichkeit und Zielstrebigkeit der Reise. Die Heimat wird als ein Ort der Geborgenheit und des Friedens dargestellt, zu dem das lyrische Ich unbedingt gelangen möchte. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass das lyrische Ich trotz der Sehnsucht und der unzähligen Worte, die es hört, stumm bleibt. Dies könnte darauf hindeuten, dass das lyrische Ich sich seiner Einsamkeit bewusst ist und sich entschließt, die Reise allein fortzusetzen. Die Stille könnte auch als eine Form der Akzeptanz und des inneren Friedens interpretiert werden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Schritt für Schritt
- Anapher
- Und immer Du, dies dunkle Du, und durch die Nacht dies hohle Sausen
- Enjambement
- Und immer Du, dies dunkle Du, und durch die Nacht dies hohle Sausen; die Telegraphendrähte brausen, ich schreite meiner Heimat zu.
- Metapher
- Dies dunkle Du
- Personifikation
- Die Telegraphendrähte brausen