Dunkel war′s, der Mond schien helle
1850Dunkel war′s, der Mond schien helle, schneebedeckt die grüne Flur, als ein Wagen blitzesschnelle langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute schweigend ins Gespräch vertieft als ein totgeschossner Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Und der Wagen fuhr im Trabe rückwärts einen Berg hinauf. Droben zog ein alter Rabe grade eine Turmuhr auf.
Ringsumher herrscht tiefes Schweigen und mit fürchterlichem Krach spielen in des Grases Zweigen zwei Kamele lautlos Schach.
Und auf einer roten Bank, die blau angestrichen war saß ein blondgelockter Jüngling mit kohlrabenschwarzem Haar.
Neben ihm ne alte Schrulle, die kaum siebzehn Jahr alt war, in der Hand ne Butterstulle, die mit Schmalz bestrichen war.
Oben auf dem Apfelbaume, der sehr süße Birnen trug, hing des Frühlings letzte Pflaume und an Nüssen noch genug.
Von der regennassen Straße wirbelte der Staub empor. Und ein Junge bei der Hitze mächtig an den Ohren fror.
Beide Hände in den Taschen hielt er sich die Augen zu. Denn er konnte nicht ertragen, wie nach Veilchen roch die Kuh.
Und zwei Fische liefen munter durch das blaue Kornfeld hin. Endlich ging die Sonne unter und der graue Tag erschien.
Holder Engel, süßer Bengel, furchtbar liebes Trampeltier. Du hast Augen wie Sardellen, alle Ochsen gleichen Dir.
Eine Kuh, die saß im Schwalbennest mit sieben jungen Ziegen, die feierten ihr Jubelfest und fingen an zu fliegen. Der Esel zog Pantoffeln an, ist übers Haus geflogen, und wenn das nicht die Wahrheit ist, so ist es doch gelogen.
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Interpretation
Das Gedicht "Dunkel war's, der Mond schien helle" von Unbekannt ist ein Nonsens-Gedicht, das durch seine absurden und paradoxen Bilder besticht. Es spielt mit der Unlogik und schafft eine surreale, traumhafte Atmosphäre, in der die Gesetze der Realität außer Kraft gesetzt sind. Die widersprüchlichen Beschreibungen, wie ein heller Mond bei Dunkelheit oder eine schneebedeckte grüne Flur, verdeutlichen den absurden Charakter des Gedichts. Die Handlung des Gedichts ist eine Aneinanderreihung absurder Szenen, die keine logische Verbindung zueinander haben. Ein Wagen fährt rückwärts einen Berg hinauf, ein Hase läuft Schlittschuh auf einer Sandbank, und Kamele spielen lautlos Schach in den Zweigen des Grases. Diese surrealen Bilder fordern den Leser heraus, die Logik der realen Welt zu verlassen und sich auf die Fantasie des Dichters einzulassen. Das Gedicht endet mit einer Reihe von Nonsens-Vergleichen und einer abschließenden Szene, in der eine Kuh im Schwalbennest sitzt und mit Ziegen fliegt. Der letzte Vers deutet an, dass die gesamte Erzählung möglicherweise eine Lüge ist, was die spielerische und unverbindliche Natur des Gedichts unterstreicht. Insgesamt ist das Gedicht eine humorvolle und kreative Auseinandersetzung mit der Sprache und der Vorstellungskraft, die den Leser einlädt, die Welt aus einer unkonventionellen Perspektive zu betrachten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- hyperbel
- Der Esel zog Pantoffeln an ist übers Haus geflogen
- metapher
- Alle Ochsen gleichen Dir
- oxymoron
- Ein blondgelockter Jüngling mit kohlrabenschwarzem Haar
- paradoxon
- Endlich ging die Sonne unter und der graue Tag erschien
- personifikation
- Eine Kuh, die saß im Schwalbennest mit sieben jungen Ziegen