Duldung
1862Schwarzes Eisen, kalt und spröde, Schelten möchte ich dich nicht, Weil es dir an Lebenswärme Und an Biegsamkeit gebricht.
Bist du doch in Feuersgluten Zischend einst emporgewallt, Eh du unter Hammerschlägen Musstest werden starr und kalt.
Und, so sollt auch ihr nicht schelten, Wenn ihr seht ein kaltes Herz, Sollt ihm heißes Mitleid zollen, Weil es gleicht dem toten Erz.
Wisst ihr denn, ob es nicht glühend, Zischend einst emporgewallt, Bis es unter Schicksalsschlägen Ward wie Eisen starr und kalt?
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Interpretation
Das Gedicht "Duldung" von Luise Büchner handelt von der Vergleichbarkeit zwischen kaltem, sprödem Eisen und einem kalten Herzen. Die Autorin beginnt damit, das Eisen nicht zu tadeln, obwohl es an Lebenswärme und Biegsamkeit mangelt. Sie erklärt, dass das Eisen einst in glühenden Feuern aufgewühlt war, bevor es unter Hammerschlägen hart und kalt wurde. Dieser Vergleich wird auf menschliche Herzen übertragen, die ebenfalls kalt und gefühllos erscheinen können. Die Autorin fordert dazu auf, solche kalten Herzen nicht zu verurteilen, sondern stattdessen mitfühlend zu sein. Sie betont, dass ein solches Herz dem toten Erz gleicht und dass man nicht weiß, ob es nicht einst glühend und aufgewühlt war. Das Herz wurde möglicherweise durch Schicksalsschläge hart und kalt, ähnlich wie das Eisen durch die Hammerschläge. Die Botschaft des Gedichts ist eine Aufforderung zur Toleranz und zum Mitgefühl gegenüber Menschen, die scheinbar gefühllos oder hart erscheinen. Die Autorin erinnert daran, dass jeder Mensch eine Geschichte hat und dass äußere Härte oft das Ergebnis von Schmerz und Leid ist. Das Gedicht regt dazu an, über die Oberfläche hinauszublicken und Verständnis für die Erfahrungen anderer zu zeigen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- In Feuersgluten / Zischend einst emporgewallt
- Metapher
- Schwarzes Eisen, kalt und spröde
- Parallelismus
- Bis es unter Schicksalsschlägen / Ward wie Eisen starr und kalt
- Personifikation
- Schelten möchte ich dich nicht
- Vergleich
- Weil es gleicht dem toten Erz