Duftendes Geisblatt...
1854Duftendes Geisblatt, steige Höher empor, daß Ast mit Ast, Ranke mit Ranke sich dicht verzweige Zu der Liebe Sommerpalast!
Süß ists, wie wir zusammen Ruhen unter dem wogenden Grün Und des Laubes smaragdene Flammen Uns zur Seite, zu Häupten sprühn.
Aber dichter und dichter Schließ um uns sich das Blättergerank, Immer noch spielen zitternde Lichter Zu uns herab auf die Rasenbank.
Zeugen der Wonne dürfen, Wenn in der Laube wir Nachts zu Zwein Mund von Munde den Odem uns schlürfen, Selbst die schweigenden Sterne nicht sein!
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Interpretation
Das Gedicht "Duftendes Geisblatt..." von Adolf Friedrich Graf von Schack ist eine sinnliche Ode an die Liebe und die Natur. Es beschreibt die Sehnsucht nach einem intimen, geschützten Raum, in dem sich Liebende ungestört hingeben können. Die Geisblatt-Ranken symbolisieren dabei das Wachsen und Gedeihen der Liebe, die sich immer dichter umschlingt und einen sommerlichen Palast schafft. Das zweite und dritte Gedichtabschnitt vermitteln die sinnliche Atmosphäre dieses Liebesraumes. Das Grün der Blätter, die smaragdgrünen Flammen und das Spiel der Lichter durch das Geäst schaffen eine traumhafte, fast mystische Stimmung. Die Liebenden ruhen inmitten dieses üppigen Wachstums und genießen die Nähe zueinander. Der letzte Vers deutet an, dass selbst die Sterne, als Zeugen der Nacht, von der Intimität der Liebenden ausgeschlossen sind. Die Liebe findet hier einen Raum, der so intim und geschützt ist, dass selbst die Himmelskörper ihn nicht durchdringen können. Das Gedicht endet mit dem Bild von Mund zu Mund, was die tiefe Verbundenheit und das Verschmelzen der Liebenden symbolisiert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Aber dichter und dichter Schließ um uns sich das Blättergerank
- Metapher
- Immer noch spielen zitternde Lichter
- Personifikation
- Selbst die schweigenden Sterne nicht sein
- Vergleich
- Süß ists, wie wir zusammen