Du willst, daß ich in Worte füge
1815Du willst, daß ich in Worte füge, Was flüchtig ist wie Windeswehn, Und meiner Seele Atemzüge, Die leisen, kannst du nicht verstehn?
Doch glaub! die Wonne wie die Klage, Die nur in Geistertönen lallt, Bleibt eine unverstandne Sage, Wenn ihr das Herz nicht wiederhallt.
Ihr Sinn ist hin, ihr Laut verklungen, Sobald die Lippe sie erst nennt: Nicht eignet sich für Menschenzungen, Was nur der Himmel weiß und kennt.
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Interpretation
Das Gedicht "Du willst, daß ich in Worte füge" von Adolf Friedrich Graf von Schack thematisiert die Unmöglichkeit, tiefste Gefühle und Empfindungen in Worte zu fassen. Der Sprecher betont, dass das, was flüchtig und seelisch ist wie der Wind oder sanfte Atemzüge, nicht verstanden oder in Sprache übersetzt werden kann. Es ist ein Appell an den Zuhörer, nicht nur auf die Worte zu achten, sondern auf das Herz, das in Resonanz mit den Gefühlen schwingen muss. Der zweite Teil des Gedichts verdeutlicht, dass Worte, die nur in leisen, geisterhaften Tönen ausgesprochen werden, ohne die emotionale Anteilnahme des Zuhörers unverstanden bleiben. Der Sprecher betont, dass der Sinn und der Klang der Worte verloren gehen, sobald sie ausgesprochen werden. Es gibt eine klare Aussage, dass das, was der Himmel weiß und kennt, nicht für menschliche Zungen geeignet ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Idee, dass wahre Gefühle und tiefere Wahrheiten über das menschliche Ausdrucksvermögen hinausgehen. Es ist eine Reflexion über die Grenzen der Sprache und die Notwendigkeit einer tieferen, herzlichen Verbindung, um das Unaussprechliche zu verstehen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Sobald die Lippe sie erst nennt
- Hyperbel
- Was nur der Himmel weiß und kennt
- Kontrast
- Die Wonne wie die Klage
- Metapher
- Wenn ihr das Herz nicht wiederhallt
- Personifikation
- Die nur in Geistertönen lallt
- Übertreibung
- Nicht eignet sich für Menschenzungen