Du tanzest leicht
1749Du tanzest leicht bei Pfirsich-Flor Am luftigen Frühlings-Ort: Der Wind, stellt man den Schirm nicht vor, Bläst euch zusammen fort.
Auf Wasserlilien hüpftest du Wohl hin den bunten Teich; Dein winziger Fuß, dein zarter Schuh Sind selbst der Lilie gleich.
Die andern binden Fuß für Fuß, Und wenn sie ruhig stehn, Gelingt wohl noch ein holder Gruß, Doch können sie nicht gehn.
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Interpretation
Das Gedicht "Du tanzest leicht" von Johann Wolfgang von Goethe beschreibt die Leichtigkeit und Anmut einer tanzenden Person. Die erste Strophe vermittelt die Idee, dass der Tanz so leicht ist, dass der Wind die Tänzerin oder den Tänzer fortwehen könnte, wenn nicht ein Schirm als Schutz davor gehalten würde. Dies symbolisiert die Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit des Tanzes. In der zweiten Strophe wird die Verbindung zur Natur hergestellt. Die Tänzerin oder der Tänzer hüpft auf Wasserlilien im bunten Teich, und ihre oder seine Füße und Schuhe sind so zart und klein wie die Lilien selbst. Dies unterstreicht die Harmonie zwischen dem Tanz und der natürlichen Umgebung. Die dritte Strophe kontrastiert den leichten Tanz mit der Starrheit anderer Menschen. Während die Tänzerin oder der Tänzer sich frei bewegen kann, sind andere durch ihre Schuhe und ihre Art zu stehen und zu gehen eingeschränkt. Der Gruß, den sie sich zuwerfen können, ist zwar noch vorhanden, aber ihre Bewegungsfreiheit ist begrenzt. Dies betont die Einzigartigkeit und Freiheit des Tanzes im Gedicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Auf Wasserlilien hüpftest du Wohl hin den bunten Teich
- Kontrast
- Die andern binden Fuß für Fuß, Und wenn sie ruhig stehn, Gelingt wohl noch ein holder Gruß, Doch können sie nicht gehn
- Metapher
- Du tanzest leicht bei Pfirsich-Flor
- Personifikation
- Der Wind, stellt man den Schirm nicht vor, Bläst euch zusammen fort
- Vergleich
- Dein winziger Fuß, dein zarter Schuh Sind selbst der Lilie gleich