Du schlank und rein
1928Du schlank und rein wie eine flamme Du wie der morgen zart und licht Du blühend reis vom edlen stamme Du wie ein quell geheim und schlicht
Begleitest mich auf sonnigen matten Umschauerst mich im abendrauch Erleuchtest meinen weg im schatten Du kühler wind du heisser hauch
Du bist mein wunsch und mein gedanke Ich atme dich mit jeder luft Ich schlürfe dich mit jedem tranke Ich küsse dich mit jedem duft
Du blühend reis vom edlen stamme Du wie ein quell geheim und schlicht Du schlank und rein wie eine flamme Du wie der morgen zart und licht.
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Interpretation
Das Gedicht "Du schlank und rein" von Stefan George beschreibt die Verehrung und Anbetung einer idealisierten Person, die als Symbol für Reinheit, Schönheit und Erleuchtung dient. Die lyrische Ich-Figur preist die Geliebte in lebendigen Bildern, indem sie sie mit Elementen der Natur vergleicht, die für Klarheit und Erhabenheit stehen. Die Verwendung von Metaphern wie Flamme, Morgenlicht, edles Reis und geheimer Quell verleiht der Beschreibung eine fast mystische Qualität. Die zweite Strophe vertieft die Intimität und die allgegenwärtige Natur der Beziehung. Die Geliebte wird als Begleiterin in verschiedenen Lebenslagen dargestellt – sie erhellt den Weg im Schatten und spendet Trost im Abenddunst. Die Gegensätze von kühlem Wind und heißem Hauch betonen die Vielschichtigkeit der Gefühle und die Dynamik der Beziehung, die sowohl beruhigend als auch leidenschaftlich sein kann. Im letzten Teil des Gedichts drückt der Sprecher eine tiefe Verschmelzung mit der Geliebten aus, die zu einem integralen Bestandteil seines Seins geworden ist. Die Wiederholung der ersten Strophe am Ende unterstreicht die zyklische Natur der Verehrung und die unveränderliche Natur der idealisierten Liebe. Das Gedicht vermittelt eine romantische und spirituelle Dimension der Liebe, die über das Physische hinausgeht und in das Reich der Seele und des Geistes reicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Du schlank und rein wie eine flamme, Du wie der morgen zart und licht, Du blühend reis vom edlen stamme, Du wie ein quell geheim und schlicht
- Hyperbel
- Ich atme dich mit jeder luft, Ich schlürfe dich mit jedem tranke, Ich küsse dich mit jedem duft
- Metapher
- Du schlank und rein wie eine flamme, Du wie der morgen zart und licht, Du blühend reis vom edlen stamme, Du wie ein quell geheim und schlicht
- Parallelismus
- Du schlank und rein wie eine flamme, Du wie der morgen zart und licht, Du blühend reis vom edlen stamme, Du wie ein quell geheim und schlicht
- Personifikation
- Begleitest mich auf sonnigen matten, Umschauerst mich im abendrauch, Erleuchtest meinen weg im schatten
- Vergleich
- Du schlank und rein wie eine flamme, Du wie der morgen zart und licht, Du blühend reis vom edlen stamme, Du wie ein quell geheim und schlicht