Du sagtest
1895Du sagtest mir in jener Stunde Dass meine Seele reich ist … Ich glaube fast, dass mir im Grunde Nur alles, - alles - gleich ist.
Ich freu′ mich jeder Seelenblüte, Die fremden Athem haucht, Seit jeder Kelch, der mir entglühte, Erstarrt ist und verraucht …
Und fremde Blumen muss ich warten, - Das lag mir einst so fern! - …. Weil ich den eig′nen, todten Garten Vergessen will, so gern - - !
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Interpretation
Das Gedicht "Du sagtest" von Lisa Baumfeld beschreibt die emotionale Reise einer Person, die durch eine tiefe Krise oder einen Verlust gegangen ist. Die Seele der Sprecherin wird als "reich" beschrieben, was auf eine tiefe innere Fülle und Vielfalt hinweist. Doch diese Fülle ist nicht mehr mit dem eigenen Leben verbunden, sondern mit der Schönheit und dem Leben anderer Menschen. Die Sprecherin freut sich an der "Seelenblüte" anderer, an deren Lebendigkeit und Vitalität. Dies steht im starken Kontrast zu ihrem eigenen Zustand, der durch "erstarren" und "verrauchen" gekennzeichnet ist. Die Metapher des "Gartens" symbolisiert das eigene Leben, das nun als "tot" und verlassen empfunden wird. Die Sprecherin versucht, sich von ihrem eigenen "todten Garten" zu lösen und sich stattdessen für die "fremden Blumen" zu interessieren. Dies kann als Versuch interpretiert werden, sich von der eigenen Trauer und dem Verlust zu lösen und einen neuen Lebenssinn in der Begegnung mit anderen zu finden. Das Gedicht endet mit einem sehnsuchtsvollen Wunsch, den eigenen Garten zu vergessen und sich ganz der Schönheit und dem Leben anderer zuzuwenden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Alles - alles - gleich
- Metapher
- Todten Garten
- Personifikation
- Seelenblüte ... haucht
- Symbolik
- Garten