Du meine Seele
1866Du meine Seele, du mein Herz, Du meine Wonn, O du mein Schmerz, Du meine Welt, in der ich lebe, Mein Himmel du, darein ich schwebe, O du mein Grab, in das hinab Ich ewig meinen Kummer gab! Du bist die Ruh, du bist der Frieden, Du bist der Himmel mir beschieden. Daß du mich liebst, macht mich mir wert, Dein Blick hat mich vor mir verklärt, Du hebst mich liebend über mich, Mein guter Geist, mein bessres Ich!
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Interpretation
Das Gedicht "Du meine Seele" von Friedrich Rückert beschreibt die tiefe emotionale Abhängigkeit und Hingabe des lyrischen Ichs zu einem geliebten Menschen. Die Sprache ist geprägt von intensiven Metaphern und einer starken emotionalen Aufladung. Das lyrische Ich beschreibt den Geliebten als seine Seele, sein Herz, seine Wonne und seinen Schmerz, was die tiefe Verbundenheit und die emotionale Intensität der Beziehung unterstreicht. In den folgenden Zeilen wird die Welt des lyrischen Ichs als Himmel und Grab dargestellt, was die Dualität von Leben und Tod, Freude und Trauer in der Liebe symbolisiert. Das lyrische Ich beschreibt, wie der Geliebte ihm Ruhe und Frieden gibt, was auf eine tiefe emotionale Erfüllung und Geborgenheit hindeutet. Die Liebe des Geliebten macht das lyrische Ich wertvoll und verklärt es vor sich selbst, was auf eine positive Selbstwahrnehmung durch die Liebe hindeutet. Der letzte Teil des Gedichts betont die erhebende Wirkung der Liebe. Das lyrische Ich wird durch die Liebe des Geliebten über sich selbst erhoben und findet in ihm seinen guten Geist und sein besseres Ich. Dies deutet auf eine transformative Kraft der Liebe hin, die das lyrische Ich zu einem besseren Menschen macht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe emotionale Intensität und die transformative Kraft der Liebe.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Du meine Seele, du mein Herz, Du meine Wonn, O du mein Schmerz, Du meine Welt, in der ich lebe
- Hyperbel
- Du meine Welt, in der ich lebe, Mein Himmel du, darein ich schwebe
- Kontrast
- Du meine Wonn, O du mein Schmerz
- Metapher
- Du bist die Ruh, du bist der Frieden, Du bist der Himmel mir beschieden
- Personifikation
- Du mein Grab, in das hinab Ich ewig meinen Kummer gab
- Symbol
- Mein Himmel du, darein ich schwebe, O du mein Grab, in das hinab
- Synästhesie
- Du hebst mich liebend über mich