Du machst mich traurig - hör
1895Bin so müde. Alle Nächte trag ich auf dem Rücken, auch deine Nacht, die du so schwer umträumst.
Hast du mich lieb? Ich blies dir arge Wolken von der Stirn und tat ihr blau.
Was tust du mir in meiner Todesstunde?
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Interpretation
Das Gedicht "Du machst mich traurig - hör" von Else Lasker-Schüler thematisiert die emotionale Erschöpfung und Enttäuschung einer Frau in einer Beziehung. Die Sprecherin fühlt sich durch die Last der nächtlichen Sorgen und Träume ihres Partners belastet, die sie auf ihrem "Rücken" trägt. Die Frage "Hast du mich lieb?" deutet auf einen Mangel an emotionaler Gegenseitigkeit und Anerkennung hin. Die Sprecherin beschreibt, wie sie ihrem Partner in der Vergangenheit geholfen hat, seine Sorgen und Probleme zu lindern, indem sie die "argen Wolken" von seiner Stirn "blies" und ihnen eine positive Farbe gab. Dies zeigt ihre fürsorgliche und selbstlose Natur in der Beziehung. Die Frage "Was tust du mir in meiner Todesstunde?" drückt jedoch ihre Angst und Unsicherheit aus, was ihr Partner in einer Zeit tun wird, in der sie selbst Unterstützung und Trost benötigt. Das Gedicht vermittelt eine tiefere Botschaft über die Ungleichheit und das Ungleichgewicht in Beziehungen, in denen eine Person mehr gibt als die andere. Es thematisiert die emotionale Belastung und das Gefühl der Ausbeutung, das entstehen kann, wenn die Bedürfnisse und Gefühle einer Person nicht erwidert oder anerkannt werden. Die Sprecherin fühlt sich müde und traurig, da sie die Last der Beziehung allein trägt, ohne die erhoffte Unterstützung und Liebe ihres Partners zu erhalten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Nacht, die du so schwer umträumst
- Personifikation
- Arge Wolken von der Stirn
- Symbolik
- Todesstunde