Du liebst und schweigst
1796Du liebst und schweigst - O hätt ich auch geschwiegen, Und meine Blicke nur an dich verschwendet! O hätt ich nie ein Wort dir zugewendet, So müßt ich keinen Kränkungen erliegen!
Doch diese Liebe möcht ich nie besiegen, Und weh dem Tag, an dem sie frostig endet! Sie ward aus jenen Räumen uns gesendet, Wo selig Engel sich an Engel schmiegen.
Drum laß des Wahns mich, daß du liebst, mich freuen, Damit die Seele nicht mir ganz veröde, Und meinen Glauben möge nichts zerstreuen!
O Glück, verweigre nicht mir allzuschnöde Den Tag, an welchem seinem Vielgetreuen Die ganze Seele zeigt der schöne Spröde!
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Interpretation
Das Gedicht "Du liebst und schweigst" von August von Platen handelt von unerwiderter Liebe und der Qual, die sie mit sich bringt. Der Sprecher wünscht sich, er hätte geschwiegen und seine Liebe nicht offenbart, da er dadurch Kränkungen und Schmerzen erfahren hat. Dennoch kann er diese Liebe nicht besiegen und hofft, dass sie nicht endet. Der Sprecher vergleicht seine Liebe mit der Liebe der Engel im Himmel und hofft, dass sie ihm Trost spendet. Er bittet um die Erlaubnis, an seiner Liebe festzuhalten und sich an ihr zu erfreuen, auch wenn sie unerwidert bleibt. Er fürchtet, dass seine Seele sonst ganz veröden und sein Glaube zerstreut werden könnte. Im letzten Vers hofft der Sprecher auf einen Tag, an dem die Geliebte ihm ihre ganze Seele zeigt. Dies könnte als eine Art Erlösung oder Erfüllung der Liebe interpretiert werden. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Sehnsucht und Hoffnung, die trotz aller Schmerzen und Enttäuschungen bestehen bleibt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Du liebst und schweigst - O hätt ich auch geschwiegen
- Hyperbel
- Die ganze Seele zeigt der schöne Spröde
- Metapher
- Sie ward aus jenen Räumen uns gesendet, Wo selig Engel sich an Engel schmiegen
- Personifikation
- Drum laß des Wahns mich, daß du liebst, mich freuen