Du feuchter Frühlingsabend

Emmanuel Geibel

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Du feuchter Frühlingsabend, wie hab′ ich dich so gern! Der Himmel wolkenverhangen, nur hie und da ein Stern.

Ein leiser Liebesodem hauchet so lau die Luft, es steigt aus allen Talen ein warmer Frühlingsduft.

Ich möcht′ ein Lied ersinnen, das diesem Abend gleich, und kann den Klang nicht finden, so dunkel, mild und weich.

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Interpretation

Das Gedicht "Du feuchter Frühlingsabend" von Emmanuel Geibel handelt von der zarten und melancholischen Stimmung eines Frühlingsabends. Der Sprecher beschreibt die Atmosphäre mit Worten wie "feucht", "wolkenverhangen" und "leiser Liebesodem", die eine sanfte, aber auch leicht melancholische Stimmung vermitteln. Die Natur wird als ein Ort der Erneuerung und des Wachstums dargestellt, wobei der "warme Frühlingsduft" aus den Tälern aufsteigt und eine sinnliche, fast greifbare Präsenz hat. Der zweite Teil des Gedichts reflektiert die emotionale Wirkung dieser Umgebung auf den Sprecher. Er sehnt sich danach, ein Lied zu komponieren, das die Stimmung des Abends einfängt, findet aber keine passende Melodie. Die Worte "dunkel, mild und weich" beschreiben sowohl die Atmosphäre als auch die Schwierigkeit, sie in Musik zu übersetzen. Dies unterstreicht die tiefe Verbundenheit des Sprechers mit der Natur und seine künstlerische Frustration, die Schönheit und Komplexität des Moments nicht vollständig ausdrücken zu können. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Wertschätzung für die subtile Schönheit der Natur und die menschliche Unfähigkeit, sie vollständig zu erfassen oder wiederzugeben. Es ist ein Loblied auf die vergängliche, aber tief empfundene Schönheit eines Frühlingsabends und die Sehnsucht, sie in Kunst zu verwandeln.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Beschreibung
so dunkel, mild und weich
Bildsprache
es steigt aus allen Talen ein warmer Frühlingsduft
Metapher
Ich möcht′ ein Lied ersinnen, das diesem Abend gleich
Personifikation
Ein leiser Liebesodem hauchet so lau die Luft