Du bist mein Land

Christian Morgenstern

1914

Du bist mein Land, ich deine Flut, die sehnend dich ummeeret; Du bist der Strand, dazu mein Blut ohn’ Ende wiederkehret.

An Dich geschmiegt, mein Spiegel wiegt das Licht der tausend Sterne; und leise rollt dein Muschelgold in meine Meergrundferne.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Du bist mein Land

Interpretation

Das Gedicht "Du bist mein Land" von Christian Morgenstern ist eine poetische Liebeserklärung, die die tiefe Verbundenheit und das unendliche Verlangen des lyrischen Ichs zu seinem Geliebten zum Ausdruck bringt. Das Ich beschreibt sich selbst als die Flut, die sehnsüchtig das Land umkreist, und den Geliebten als das Land, den Strand, zu dem sein Blut unaufhörlich zurückkehrt. Diese Metapher verdeutlicht die ewige Anziehungskraft und das unaufhaltsame Verlangen, das das Ich nach seinem Gegenüber empfindet. Im zweiten Teil des Gedichts vertieft sich die Intimität der Beziehung. Das Ich schmiegt sich an den Geliebten, der als Spiegel fungiert, der das Licht der tausend Sterne widerspiegelt. Diese Spiegelung symbolisiert die tiefe Verbundenheit und das gegenseitige Verständnis zwischen den Liebenden. Das Muschelgold, das sanft in die ferne Tiefe des Meeres rollt, steht für die kostbaren Momente und Erinnerungen, die die Beziehung bereichern und in die Tiefe des Herzens eindringen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine romantische und fast mystische Atmosphäre, in der die Natur als Spiegelbild der Liebe dient. Die Verwendung von Bildern wie Flut, Land, Spiegel und Muschelgold schafft eine sinnliche und emotionale Landschaft, die die Intensität der Liebe und die Sehnsucht nach Vereinigung zum Ausdruck bringt. Christian Morgenstern gelingt es, durch seine poetische Sprache und die geschickte Verwendung von Metaphern eine zeitlose Liebeserklärung zu schaffen, die die Leserinnen und Leser berührt und inspiriert.

Schlüsselwörter

land flut sehnend ummeeret strand dazu blut ohn

Wortwolke

Wortwolke zu Du bist mein Land

Stilmittel

Bildsprache
dein Muschelgold rollt in meine Meergrundferne
Metapher
mein Spiegel wiegt das Licht der tausend Sterne
Personifikation
die sehnend dich ummeeret