Du bist mehr als ein Frühling
1867Der süße Flieder steht nur einmal im Jahr auf dem Baum, Deine Brüste blühen mir jahraus, jahrein, du bist mehr als ein Frühling.
Meine Wünsche glänzten wie die Sprossen der Kastanie, Du zogst sie alle an die Sonne, wir sitzen in einem Laubdach Und lachen uns zu im satten Schatten.
Wie einen Baum, den der Blitz überfiel, hatte mich die Sehnsucht gezeichnet, Jetzt wohnen deine Bienen bei mir, und meine Augen fließen über von deinem Honig.
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Interpretation
Das Gedicht "Du bist mehr als ein Frühling" von Max Dauthendey beschreibt die tiefe und beständige Liebe des lyrischen Ichs zu einer Frau. Die erste Strophe vergleicht die vergängliche Schönheit des Flieders mit der ewigen Blüte der Brüste der Geliebten, die dem Ich das ganze Jahr über Freude bereiten. Die zweite Strophe nutzt das Bild der Kastanienknospen, die sich zur Sonne öffnen, um die Erfüllung der Wünsche des Ichs durch die Frau zu symbolisieren. Gemeinsam sitzen sie unter einem grünen Blätterdach und teilen Lachen und Schatten. In der dritten Strophe wird die Sehnsucht des Ichs mit einem vom Blitz getroffenen Baum verglichen, der nun jedoch von den Bienen der Frau bewohnt wird. Die Augen des Ichs überfließen vor dem Honig, den es von ihr empfängt, was die süße und erfüllende Natur ihrer Liebe verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Meine Augen fließen über von deinem Honig
- Personifikation
- Du zogst sie alle an die Sonne
- Symbolik
- Laubdach
- Vergleich
- Meine Wünsche glänzten wie die Sprossen der Kastanie