Drei wilde Gänse
unknownDrei wilde Gänse, die flogen über See. Da schoß der Jäger alle drei, und was einmal ins Wasser fiel, kommt nimmer in die Höh′.
Drei junge Mädels, die führte ein Kavalier aus, und wenn erst ein Mädel mal Sekt genascht, Liebe genascht, Hiebe genascht - die kommt nicht mehr nach Haus.
Und ich pfeife auf meine Jungfernschaft, und ich pfeife auf mein Leben. Der Kerl, der sie mir genommen hat, um eins und um zwei und um drei bei der Nacht, der kann sie mir nimmer geben.
Geh, schenk mir doch ′n Fuffzger, geh, schenk mir doch ′ne Mark. Ich will mich mit Schnaps besaufen, ich will mir eine Villa kaufen oder einen Sarg.
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Interpretation
Das Gedicht "Drei wilde Gänse" von Klabund thematisiert die Vergänglichkeit und die unwiederbringlichen Verluste im Leben. Die erste Strophe verwendet das Bild der drei wilden Gänse, die über einen See fliegen und vom Jäger getroffen werden. Dieses Bild symbolisiert die plötzliche und unausweichliche Beendigung von etwas, das einst lebendig und frei war. Die Gänse, die ins Wasser fallen, kehren nie wieder zurück, was die Endgültigkeit des Todes oder des Verlustes unterstreicht. Die zweite Strophe zieht eine Parallele zur ersten, indem sie drei junge Mädchen beschreibt, die von einem Kavalier ausgeführt werden. Hier wird die Metapher des "Sekt-Genaschens" und der "Liebe" verwendet, um die Erfahrung der ersten Liebe und die damit verbundenen emotionalen und physischen Erfahrungen zu beschreiben. Die Mädchen, die diese Erfahrungen gemacht haben, kehren nicht mehr in ihren ursprünglichen Zustand zurück, was die unwiderrufliche Veränderung durch bestimmte Lebensereignisse verdeutlicht. In der dritten Strophe reflektiert der Sprecher über seine eigene Jungfernschaft und sein Leben, das durch einen Mann, der sie ihm genommen hat, unwiderruflich verändert wurde. Die Wiederholung von "um eins und um zwei und um drei bei der Nacht" betont die Intensität und die Mehrfachheit der Erfahrung. Der Sprecher akzeptiert diese Veränderung und zeigt eine Art von Resignation oder sogar Trotz gegenüber dem Verlust seiner Unschuld. Die letzte Strophe zeigt die Reaktion des Sprechers auf diese Veränderung. Er will sich mit Schnaps betrinken und sich eine Villa oder einen Sarg kaufen, was eine Mischung aus hedonistischem Lebensgenuss und fatalistischer Akzeptanz des Todes darstellt. Diese Zeilen unterstreichen die Themen der Vergänglichkeit und der unwiderruflichen Veränderung, die das Gedicht durchzieht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Drei wilde Gänse, die flogen
- Hyperbel
- Ich will mir eine Villa kaufen oder einen Sarg
- Kontrast
- Geh, schenk mir doch 'n Fuffzger, geh, schenk mir doch 'ne Mark
- Metapher
- Drei wilde Gänse, die flogen über See.
- Parallelismus
- Und ich pfeife auf meine Jungfernschaft, und ich pfeife auf mein Leben
- Personifikation
- Liebe genascht, Hiebe genascht
- Symbolik
- Sekt genascht