Draußen
1947Das macht das Fenster, dass wir “draußen” sagen - und weil wir selber drinnen sind. Nach draußen muss man schauernd fragen, denn draußen ist der Wind.
Laternen stehn schon hundert schwarze Nächte - und abends, bald nach zehn, wenn mancher schlafen möchte, graut wohl die Straße blass und schweigend aus der Flut von Seufzern, Stein und Glas.
Nun ist es unser Blut, das so gewaltig rauscht - da hält der Wind im Tanz den Schritt, bleibt manchmal stehn, als ob er lauscht. Und die Laternen gehen noch lange durch die Träume mit.
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Interpretation
Das Gedicht "Draußen" von Wolfgang Borchert beschreibt die Differenz zwischen Innen und Außen. Es beginnt mit der Feststellung, dass das Fenster uns dazu bringt, "draußen" zu sagen, da wir selbst drinnen sind. Das Draußen wird als etwas Kühles und Ungewisses dargestellt, das man schauernd fragen muss, denn dort ist der Wind. Im zweiten Teil des Gedichts wird das Bild der Straßenlaternen eingeführt, die schon hundert schwarze Nächte gestanden haben. Die Straße wird als blass und schweigend aus der Flut von Seufzern, Stein und Glas beschrieben. Dies vermittelt eine Atmosphäre der Einsamkeit und Verlassenheit. Im letzten Teil des Gedichts wird die Intensität des Erlebten betont. Das Blut rauscht so gewaltig, dass der Wind im Tanz den Schritt hält und manchmal stehen bleibt, als ob er lauscht. Die Laternen gehen noch lange durch die Träume mit, was auf die nachhaltige Wirkung dieser Erfahrung hinweist. Das Gedicht vermittelt eine tiefe emotionale Resonanz und regt zum Nachdenken über die Natur von Innen und Außen an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- und abends, bald nach zehn, wenn mancher schlafen möchte, graut wohl die Straße blass und schweigend aus der Flut von Seufzern, Stein und Glas
- Hyperbel
- Laternen stehn schon hundert schwarze Nächte
- Metapher
- Nun ist es unser Blut, das so gewaltig rauscht
- Personifikation
- da hält der Wind im Tanz den Schritt, bleibt manchmal stehn, als ob er lauscht