Dort Saaleck, hier die Rudelsburg
1846Dort Saaleck, hier die Rudelsburg, Und unten tief im Tale Da rauschet zwischen Felsen durch Die alte liebe Saale; Und Berge hier und Berge dort Zur Rechten und zur Linken - Die Rudelsburg, das ist ein Ort Zum Schwärmen und zum Trinken.
Das wissen die Studenten auch In Jena und in Halle Und trinken dort nach altem Brauch Im Hof und auf dem Walle. Umringt von moosigem Gestein, Wie klingen da die Lieder! Die Saale rauscht so freudig drein, Die Berge hallen wider.
O Vaterland, wie bist du schön Mit deinen Saatenfeldern, Mit deinen Talern, deinen Höhn Und all den stolzen Wäldern! O Vaterland, drum wollen wir Dir unsre Lieder singen, Zu deinem Preise sollen hier Laut Herz und Becher klingen.
Wie tönet das ins Tal hinein Vom Felsen hoch hernieder, - Die Saale rauscht so freudig drein, Die Berge hallen wider; Und Berge hier und Berg dort Zur Rechten und zur Linken - Die Rudelsburg, das ist ein Ort Zum Schwärmen und zum Trinken.
Was brauchen wir die Rudelsburg? Was brauchen wir die Saale? Wir haben doch den Greifenstein Im schönen Schwarzatale; Und Berge hier und Berge dort Zur Rechten und zur Linken; Der Greifenstein, das ist ein Ort Zum Schwärmen und zum Trinken.
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Interpretation
Das Gedicht "Dort Saaleck, hier die Rudelsburg" von Hermann Ludwig Allmers ist ein patriotisches Loblied auf die deutsche Landschaft und insbesondere auf die Burgen Saaleck und Rudelsburg entlang der Saale. Es beginnt mit einer Beschreibung der idyllischen Szenerie, in der die Burgen hoch über dem Fluss liegen und von Bergen umgeben sind. Die Studenten aus Jena und Halle kommen hierher, um in alter Tradition zu singen und zu trinken, was die fröhliche und gesellige Atmosphäre unterstreicht. Im zweiten Teil des Gedichts richtet sich der Blick auf das Vaterland insgesamt, das mit seinen Feldern, Tälern, Höhen und Wäldern als schön gepriesen wird. Die Studenten wollen ihre Lieder und ihre Herzen ihrem Land widmen und es mit lautem Jubel preisen. Die Natur wird dabei als Spiegelbild der nationalen Einheit und Stärke dargestellt. Im letzten Teil des Gedichts wird die Frage aufgeworfen, warum man die Rudelsburg und die Saale bräuchte, wenn es doch den Greifenstein im Schwarzatal gibt. Dies scheint eine Art spielerischer Wettstreit zwischen verschiedenen landschaftlichen Schönheiten zu sein, der am Ende jedoch wieder auf die Freude am Schwärmen und Trinken hinausläuft. Das Gedicht endet mit der Feststellung, dass der Greifenstein ebenfalls ein Ort zum Schwärmen und Trinken ist, was die universelle Schönheit und den Reiz der deutschen Landschaft unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Dort Saaleck, hier die Rudelsburg
- Anapher
- Und Berge hier und Berge dort Zur Rechten und zur Linken
- Bildlichkeit
- Die Saale rauscht so freudig drein, Die Berge hallen wider
- Enjambement
- Dort Saaleck, hier die Rudelsburg, Und unten tief im Tale
- Metapher
- Die Saale rauscht so freudig drein
- Parallelismus
- Die Rudelsburg, das ist ein Ort Zum Schwärmen und zum Trinken
- Personifikation
- Die Berge hallen wider
- Reimschema
- AABB
- Wiederholung
- Die Saale rauscht so freudig drein, Die Berge hallen wider