Dorfkirche im Regen
1866In Bogensprüngen tanzt der Regen Herab am steilen Kirchendach, Und unter ihren leisen Schlägen Wird ein verlornes Klingen wach:
Als sängen alle, die entschliefen, Die einst sich mühten hier im Tal, Versammelt in der Kirche Tiefen Andächtig wieder den Choral!
Und schwerer fällt das Regenschauern, Und deutlicher ertönt der Chor - Und dichter hüllt die grauen Mauern Des trüben Tages Trauerflor.
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Interpretation
Das Gedicht "Dorfkirche im Regen" von Hanns von Gumppenberg beschreibt die Szene einer Dorfkirche im Regen. Der Regen tanzt in Bogensprüngen über das steile Kirchendach und unter seinen leisen Schlägen wird ein verlorenes Klingen wach. Es scheint, als würden alle, die einst im Tal lebten und nun entschlafen sind, in der Tiefe der Kirche andächtig den Choral singen. Der Regen fällt schwerer und der Chor ertönt deutlicher, während die grauen Mauern der Kirche den trüben Tag mit Trauerflor umhüllen. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre von Melancholie und Nostalgie. Der Regen wird als tanzend und springend beschrieben, was eine gewisse Leichtigkeit und Schönheit in die Szene bringt. Gleichzeitig weckt der Regen ein verlorenes Klingen, was auf vergangene Zeiten und Erinnerungen hindeutet. Die Vorstellung, dass die Verstorbenen in der Kirche den Choral singen, verleiht dem Gedicht eine spirituelle und mystische Dimension. Die Kirche wird als Ort der Gemeinschaft und des Gedenkens dargestellt, an dem die Lebenden und die Toten vereint sind. Die Beschreibung des Regenschauers, der schwerer fällt und den Chor deutlicher erklingen lässt, verstärkt die emotionale Intensität des Gedichts. Die grauen Mauern der Kirche, die den trüben Tag mit Trauerflor umhüllen, symbolisieren die Trauer und den Schmerz, die mit dem Verlust von geliebten Menschen einhergehen. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Verbundenheit mit der Vergangenheit und eine Sehnsucht nach dem Trost und der Gemeinschaft, die in der Kirche gefunden werden können.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- die einst sich mühten hier im Tal
- Bildsprache
- Versammelt in der Kirche Tiefen Andächtig wieder den Choral
- Kontrast
- Und schwerer fällt das Regenschauern, Und deutlicher ertönt der Chor
- Metapher
- Und dichter hüllt die grauen Mauern Des trüben Tages Trauerflor
- Personifikation
- In Bogensprüngen tanzt der Regen